Microsoft gibt Einblick in neue Lizenzpolitik

"OEM für System Builder" löst heftige Diskussionen bei Fachhändlern aus

Beim jüngsten Education Forum der Firma Cos Distribution ließ sich Microsoft erstmals in die Karten schauen und hat Details seiner künftigen Lizenzpolitik vorgestellt. Rund 50 Handelspartner des IT-Distributors Cos hatten damit die Gelegenheit, mehrere Wochen vor der offiziellen Roadshow, die Microsoft am 22. April in Graz startet, erste Einblicke zu bekommen. Gestartet wird das Programm „OEM für System Builder“ zum 1. Juni in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Zielgruppe sind Händler, die Microsoft-Produkte vorinstallieren.

„Alle Händler, die dem Kunden eine Dienstleistung anbieten und Programme vorinstallieren sind damit in der Lage, Ihren Kunden mit Hilfe eines lauffähigen Systems einen sofortigen Mehrwert zu bieten“, erklärte Roman Kronberger von Microsoft. Ein OEM (Official Equipment Manufacturer), also ein Hardware-Hersteller oder -Assemblierer, hat demnach zwei Möglichkeiten, Microsoft OEM-Produkte zu erwerben: Entweder über den direkten Lizenzvertrag mit Microsoft, was allerdings ein bestimmtes Volumen voraussetzt oder über OEM-Distributoren, wobei Cos einer von vier Distributoren in Österreich ist. Diese für den Fachhändler zugänglichen sogenannten System Builder Versionen sind im 3-er-Pack erhältlich.

Künftig wird es zwei Versionen geben, eine frei verkaufbare Version, in dekorativer Verpackung und eine Version, welche nur im Zuge einer Vorinstallation vertrieben werden kann. Voraussetzung für die Bezugsberechtigung dieser Version ist ein unterschriebener Vertrag, der auf der Systembuilder-Website angeboten wird. Der Händler muss darin erklären, die OEM-Versionen nur vorinstalliert zu verkaufen.

Gerade dieser Vertragspunkt löste beim Education Forum intensive Diskussionen aus, denn was macht der Händler, wenn sein Kunde die neuesten Versionen auf alter Hardware aufspielen will, oder wenn sich der Kunde bei einem Discounter einen billigen PC kauft und dann vom Fachhändler die Installation der Software wünscht? Kronberger zeigte Verständnis für diese Probleme: „Hier muss ein Umdenkprozess einsetzen. Die Kunden müssen lernen, dass es für sie besser ist, gleich beim Fachhändler eine Gesamtlösung inklusive vorinstallierter Software einzukaufen. Wir wollen Sie damit unterstützen, Ihren Kunden einen komfortablen Einstieg in das vorkonfigurierte System anzubieten“, sagte Kronberger zu den Fachhändlern und kündigte an, dass Microsoft speziell diesen Aspekt auch in der kommenden Werbekampagne ansprechen wird.

Themenseiten: Business, Microsoft, Software

Fanden Sie diesen Artikel nützlich?
Content Loading ...
Whitepaper

ZDNet für mobile Geräte
ZDNet-App für Android herunterladen Lesen Sie ZDNet-Artikel in Google Currents ZDNet-App für iOS

Artikel empfehlen:

Neueste Kommentare 

6 Kommentare zu Microsoft gibt Einblick in neue Lizenzpolitik

Kommentar hinzufügen
  • Am 6. April 2004 um 9:39 von egal

    "Die Kunden müssen lernen, dass es für sie besser ist…"
    "Die Kunden müssen lernen, dass es für sie besser ist…"

    Der Kunde als Gegner und erziehbare Resource.

    • Am 6. April 2004 um 9:46 von Felix Schuller

      AW: "Die Kunden müssen lernen, dass es für sie besser ist…"
      Diese Art von Bevormundung ist unglaublich. Es stellt sich die Frage, wer denn hier umdenken muss.

    • Am 6. April 2004 um 10:00 von 09cinderella

      AW: "Die Kunden müssen lernen, dass es für sie besser ist…"
      Die Händler müssen lernen, dass der Kunde kauft wo er will – oder eben nicht. Es wird IMMER Alternativen geben, auch für Microsoft-Produkte.

    • Am 6. April 2004 um 18:54 von Fraggle

      AW: AW: "Die Kunden müssen lernen, dass es für sie besser ist…"
      Also sollte er Linux installieren lassen, sich ein wenig hinsetzen und einarbeiten, alternative Programme suchen und so das bessere Programm besitzen.

      Was MS sich dabei denkt? Nichts, denn der unwissende Kunde kauft nicht im Fachmarkt, aber der würde auch nicht so oft auf die Idee kommen das andere System aufzuspielen. Er kauft den fertigen PC samt System und ist glücklich. Der Fachhandel wird nichts davon haben. Der erfahrenere Kunde kauft im Fachmarkt, installiert aber wohl eher selber. Der noch erfahrenere Kunde baut selbst zusammen, und kauft seine Komponenten dort wo sie am günstigsten sind, Teil a bei A, Teil b bei B.
      Wie bei MS üblich, erst etwas veröffentlichen (seien es Sätze oder Produkte) und dann darüber nachdenken! Man denke an das aufspielen von Updates, vorher war die Einstellung der Kunde muß was dafür tun, jetzt kommt SP2 für XP und soll das umwälzen. Also später erst nachgedacht.

    • Am 7. April 2004 um 8:51 von Sandra

      Die Kunden müssen lernen, dass es für sie besser ist…
      Typisch amerikanische Volksverdummungspolitik. "Brot und Spiele für das Volk, und verhindert, daß sie selber denken wollen"!

      Nur schade, daß diese Politik auch hier schon Einzug hält.

  • Am 6. April 2004 um 12:18 von RaveMaster

    Was der Kunde muss oder nicht muss,…
    …. entscheidet doch noch immer der Kunde selbst!!! Keine Ahnung was sich M$ dabei wieder denkt. Finde es aber gut, dass die Händler entsprechend dagegen vorgehen bzw. sich beschweren.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *