EU: USA sollen im Oracle-Fall als erstes entscheiden

Urteil verzögert sich

Experten zufolge plant die EU-Kommission, die Entscheidung zur Übernahme von Peoplesoft durch Oracle hinauszuzögern. Ursprünglich sollte am 11. Mai eine Entscheidung verkündet werden. Die Gesetzeslage sieht allerdings vor, dass bis zu diesem Datum eine Entscheidung gefällt sein muss, ansonsten gilt der Deal automatisch als abgesegnet.

Diese Gesetzgebung kann aber nur umgangen werden, wenn die EU-Kommission feststellt, dass ein Unternehmen wichtige Beweismittel zurückgehalten hat. Dann beginnt die Frist von vorne. Das US-Justizministerium hat bereits bemängelt, dass Oracle eben solche Beweismittel nicht zur Verfügung gestellt hat. Dieser Argumentation will sich die EU anschließen.

Bei den Dokumenten handelt es sich um Daten, die von Sales-Mitarbeitern erfasst wurden. Diese sollen die Auswirkungen von fehlender Konkurrenz auf die Preise zeigen. Die Behörden auf beiden Seiten des Atlantiks sind der Auffassung, dass sich der Markt für ERP-Software von drei auf zwei Unternehmen verkleinern würde, sollte der Deal zustande kommen.

Fachkreise zeigten sich von der Haltung der EU überrascht. „Mir ist kein Fall bekannt, in dem sich die Kommission mit den US-Behörden abstimmen wollte“, so ein Wettbewerbs-Anwalt aus Brüssel, der jedoch nicht genannt werden will. Das geplante Vorgehen hält er jedoch für „gut machbar“.

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