Telekom plant radikalen Konzernumbau

Vier Unternehmensteile machten sich gegenseitig Konkurrenz

Wie die „Financial Times Deutschland“ (FTD) aus dem Umfeld der Deutschen Telekom erfahren haben will, plant Konzernchef Kai Uwe Ricke einen radikalen Umbau des Konzerns. Die von Ricke-Vorgänger Ron Sommer Mitte der 90er Jahre eingeführte vier-Säulen-Strategie soll demnach einer engeren Verzahnung der einzelnen Geschäftsbereiche weichen.

Ricke hatte auch nach dem mit vielen Querelen verbundenen Weggang Sommers im Sommer 2002 nicht nur an der Strategie festgehalten, sondern habe die Kompetenzen der Spartenchefs sogar noch gestärkt. Bislang hat das ehemalige Staatsunternehmen seine Geschäfte in vier Bereiche aufgegliedert: T-Com, T-Online, T-Mobile und T-Systems. Die Marke T-Com wurde erst im vergangenen Jahr mit einer aufwändigen Werbekampagne etabliert.

Der Grund für den geplanten Umbau sei, dass die einzelnen Konzernsparten zunehmend miteinander konkurrieren, statt sich vereint der immer stärker werdenden Konkurrenz zu stellen. Schon in der Vergangenheit konnten manche Dienstleistungen nicht mehr eindeutig zugeordnet werden. So soll die auf der CeBIT vorgestellte Hotspot-Strategie sowohl von T-Mobile als auch von der T-Com umgesetzt werden. Zudem hat es nach Informationen der FTD zwischen den einzelnen Säulen Machkämpfe gegeben.

Gestern war bekannt geworden, dass der für T-Com zuständige und letzte Sommer-Vertraute im Vorstand, Josef Brauner, sein Amt bis zum 30. April zur Verfügung stellen will. Da sein Name untrennbar mit dem Maut-Konsortium Toll Collect verbunden sei, habe er sich entschlossen, den Posten niederzulegen, teilte die Telekom mit. Brauner hatte in den letzten Monaten die Verhandlungen für das Unternehmen geführt. Die Probleme seien aber nicht von T-Com zu verantworten, sondern von der Dienstleistungs-Tocher T-Systems.

Themenseiten: Business, Deutsche Telekom AG

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2 Kommentare zu Telekom plant radikalen Konzernumbau

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  • Am 26. März 2004 um 18:18 von Wes ich net

    Telekom – TollCollect – T-Systems
    "Der Fisch stinkt immer zuerst am Kopf".
    Ein Unternehmen was sich teilt, ist immer noch ein Unternehmen.

  • Am 27. März 2004 um 10:33 von Paulchen

    Telekom
    Genau!
    Und die Leid tragenden sind die Kunden und wie ich durch zigmaliges Hin- u. herverbunden werden festgestellt habe, auch die Hotline-Mitarbeiter, die anscheinend selbst nicht mehr wissen, wer für was zuständig ist.

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