Megahertz sind nicht alles: Modellnummern künftig auch bei Intel?

Taktfrequenz als alleiniger Leistungsindikator unbrauchbar

Unternehmensnahen Kreisen zufolge will Chiphersteller Intel künftig neben der Taktfrequenz auch Modellnummern angeben, um die Leistung verschiedener Prozessoren innerhalb seiner Produktfamilien transparenter darstellen zu können. Der unter dem Codenamen Dothan entwickelte und für das zweite Quartal angekündigte Pentium M-Nachfolger soll der erste Chip sein, der mit der neuen Leistungsangabe beworben wird. Aber auch der Pentium 4 sowie der Celeron sollen künftig mit Modellnummern vermarktet werden. Bis zum Sommer soll sich das neue System durch die verschiedenen Produktreihen des Chipherstellers ziehen.

Ganz auf die Taktfrequenz will das Unternehmen aber dann doch nicht verzichten. So sollen die Modellnummern künftig lediglich zusätzlich zur Taktfrequenz angegeben werden. Für Intel stellt dies dennoch eine deutliche Abkehr von der in den letzten Jahren praktizieren Marketingstrategie dar. Das Unternehmen hat viele hundert Millionen Dollar dafür ausgegeben, um Konsumenten die Taktfrequenz als vorrangigen Leistungsindikator zu vermitteln.

Erzkonkurrent AMD war aus diesem Grund schon Ende 2001 auf ein System mit Modellnummern umgestiegen. Die Athlon XP-Chips des Unternehmens konnten es zwar leistungsmäßig mit dem damals neu vorgestellten und auf hohe Taktfrequenzen ausgelegten Pentium 4 aufnehmen, in der Wahrnehmung vieler Käufer war der AMD-Chip aufgrund der geringeren Taktfrequenz jedoch weniger leistungsfähig.

In den letzten Jahren hat Intel seine Produktpalette deutlich ausgeweitet. So kam das Unternehmen gerade im letzten Jahr in die Verlegenheit, Kunden erklären zu müssen, dass der Pentium M mit 1,6 GHz genauso schnell ist wie sein Desktop-Pendant mit über zwei GHz. Von Intel war bislang keine Stellungnahme zu erhalten.

Zwar wurde AMDs Umstellung von Megahertzangaben auf Modellnummern vom Markt ganz gut angenommen, eine Patentlösung scheint aber auch dieses System nicht zu sein. Insbesondere bei seinem 64-Bit-Prozessor Athlon 64 ist trotz Modellnummern keine wirklich transparente Leistungseinteilung möglich. So variiert AMD bei seinen Chips die Anzahl der Hypertransport-Links, die Taktfrequenz sowie die Cache-Größen. Der Athlon 64 3000+ verfügt zwar mit 512 KByte nur über die Hälfte des Second Level Caches des 3200+, ist jedoch ebenfalls mit zwei GHz getaktet. So kann man sich je nach Anwendung den Aufpreis für den 3200+ sparen.

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