EU: Microsoft soll sich selbst bestrafen

Kommission erhöht Druck auf Softwareriesen

Die EU-Kommission erhöht kurz vor Abschluss des Kartellverfahrens gegen Microsoft seinen Druck auf den Softwareriesen. Wie das Wall Street Journal heute berichtet, will die EU-Kommission erreichen, dass Microsoft selbst die Art der Bestrafung vorschlägt. Damit soll vermieden werden, dass ein Urteil in dem Verfahren von Microsoft vor dem Europäischen Gerichtshof angefochten wird.

Microsoft selbst soll, so will es die EU, eigene Vorschläge für ein Urteil in dem Fall auf den Tisch legen. Sind diese in den Augen der Kommission nicht weit gehend genug, so wird die Kartellbehörde eine entsprechende Strafe festlegen. Das zweistufige Vorgehen erinnert an ein Verfahren der EU-Kartellbehörden gegen das US-Pharmaunternehmen Commercial Solvents aus den 70er-Jahren.

Die EU hatte damals das Unternehmen aufgefordert, eigene Vorschläge dafür zu entwickeln, wie ein für die Produktion eines Tuberkulose-Mittels benötigtes Ausgangsmaterial auch Konkurrenten zugänglich gemacht werden kann. Der Pharmakonzern berief dagegen, blieb damit aber erfolglos und musste sich schließlich dem EU-Urteil beugen.

Der US-Softwarekonzern setzt in der Auseinandersetzung mit der EU weiter auf eine gütliche Lösung. Die Methode, die Art der Bestrafung gleichsam selbst vorzuschlagen, wird von Microsoft jedoch offensichtlich abgelehnt. „Das bedeutet nichts anderes, als die Art der eigenen Hinrichtung zu bestimmen“, sagte ein an dem Verfahren Beteiligter gegenüber dem Wall Street Journal. „Warum sollte man selbst solche Vorschläge bringen müssen, die doch am Ende nur den eigenen Interessen zuwiderlaufen?“

Die EU stößt sich vor allem an der obligatorischen Einbindung des Media Player in den Microsoft-Betriebssystemen. Im schlimmsten Fall droht Microsoft eine Strafe von rund drei Mrd. Dollar, ein Zehntel seines Jahresumsatzes. In der Praxis sind die von der EU verhängten Strafen jedoch weit niedriger. Auflagen zur Änderung seiner Geschäftspraktiken würden Microsoft wesentlich schwerer treffen, schreibt das Wall Street Journal.

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13 Kommentare zu EU: Microsoft soll sich selbst bestrafen

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  • Am 12. März 2004 um 21:13 von Gast

    EU: Bescheuert…..
    Ich finde es langsam lästig, das immer wieder versucht wird Microsoft irgend etwas vorzuwerfen.Ich finde es persönlich gut, das Microsoft sich bemüht es dem Normaluser so einfach wie möglich zu machen und ein Weitgehend Komplettes Betriebssystem anzubieten. Wenn Microsoft wie vorgesehen demnächst einen Virenschutz in Windwos integiert gehen die Vorwürfe wieder los. Aber jeder fordert von Microsoft das sie alles sicherer und besser machen sollen.
    Irgendwo stimmt doch dann was nicht.
    Die andere Sache ist doch diese, lasst mal alle Zusatz Programme, wie z.B. Media Player, IE, Movie Maker, Paint, Firewall usw. aus Windows raus, dann werd ihr erstmal sehen was man zusätzlich noch an Geld ausgeben muß um all die Programme zu bekommen.
    Dann muß ich 250€ für Windows investieren und dann noch 300-500€ für Zusatzsoftware.
    Und kommt mir jetzt nicht mit Linux, ich habe selbst Linux als 2.Betriebssystem laufen.
    Fürs Büro ist Linux ok, ansonnsten vergiss es.
    Linux ist nicht mal in der Lage mein Mainboard zu unterstützen, kein Sound, kein Netzwerk, kein USB2, Grafik mit 800×600 und das mit 16 Farben weil Grafikkarte nicht funktioniert, Fehlerhaft CPU Erkennung, kein HT ….
    Da kann ich auch auf Linux verzichten und nutze weiter wie bisher Windows.
    Wenn andere Hersteller der Meinung sind das Sie benachteiligt werden, sollen die doch selber mal ein Betriebssystem auf die Beine stellen, aber dazu sind die ja nicht in der lage, ich denke da nur an OS2, BeOS.
    Ich hoffe das sich die EU mal ein paar Fachmänner ranholt, die Ahnung von der Materie haben, aber solange HOLZKÖPFE in der EU sitzen wird sich da nie was ändern.

    • Am 12. März 2004 um 22:55 von Gast

      AW: EU: Bescheuert…..
      das ist doch wie in der Politik auch da haben wir doch nur "HOLZKÖPFE" Wenn ich schon von meinem Regionalen Arbeitsamt höre das alle IT Weiterbildungen gestoppt sind da hört es doch langsam auf. IT ist die Wachstumsbranche schlecht hin. Aber die Greencard die Brauch ja Deutschland

    • Am 13. März 2004 um 0:25 von Syndicate

      AW: EU: Bescheuert…..
      Du musst aber eine zeimlich alte Version von Linux benutzen oder du hast in deinem Rechner nur NoName.

      Was Microsoft macht ist Illegal und Wettbewerbswiedrig. Ich brauche kein firewall der mich ausspioniert oder irgendwelche versteckte Software, der Regelmässig an Microsoft bericht erstattet sobald man im Internet ist. Die zusätzlichen Software kann MS in die Tonne tretten. Im Internet gibt es genügend freie Software die um längen besser sind als was MS anbietet. 250€ für ein BS ist auch nicht billig. Wenn die anderen Hersteller auch eine Chance haben sollen, muss MS mit seiner Illegalen Geschäfte aufhören oder die Gerichte müssen es wie auch jetzt in die Hand nehmen.

      Mfg.

    • Am 13. März 2004 um 9:46 von Kiwi

      AW: EU: Bescheuert…..
      Es gibt für den Privatmann kostenlose
      Programme wie Antivir Personal Edition und Zonealarm Firewall die gut sind und einfach zu bedienen.Und man wird wahrscheinlich nicht ausspioniert wird. Linux ist nicht einfach zu Bedienen aber es hat alles was man braucht Office Packet und ….. zum Preis von ca. 50,-€

    • Am 13. März 2004 um 11:59 von Werner Richter

      AW: AW: EU: Bescheuert…..
      >Was Microsoft macht ist illegal und
      >Wettbewerbswidrig.
      Microsoft agiert wie jede andere Firma auch handeln würde. Bloß weil sie erfolgreich sind, sollte man trotz Neidkomplex fair bleiben.
      >Ich brauche kein Firewall, die mich ausspioniert
      ähm, welches Produkt meinen sie da?
      >oder irgendwelche versteckte
      >Software, die regelmässig an
      >Microsoft Bericht erstattet
      ähm, in aller Regel entscheiden sie selbst, was sie übertragen möchten! Im übrigen sehen das andere Nutzer anders!
      >… Die zusätzliche Software kann MS
      >in die Tonne treten.
      Wieso? Weil sie nicht extra Geld verlangen?
      >Im Internet gibt es genügend freie
      >Software die um längen besser sind…
      aja und Support?

      >als was MS anbietet. 250€ für ein BS
      >ist auch nicht billig.
      Korrekt, deswegen sind ja viele Anwender illegal, die sich das einfach brennen. Außerdem erhalten sie ihr System ja in aller Regel mit ihrem Computer, dort sind die anteiligen Kosten VIEL geringer!

    • Am 13. März 2004 um 16:47 von Andi Arbeit

      AW: AW: AW: EU: Bescheuert…..
      Ich hab für WinXP nur 79 Euro gezahlt. OEM Version, http://www.arlt.com

      für den Preis bekomme ich nicht einmal Suse Linux Professional.

      I love Microsoft!

    • Am 13. März 2004 um 18:34 von WhoCares

      Re: Preisvergleich Windows XP Home Edition und SuSE Linux Professionel
      Du weißt aber schon dass du dir da für 79,99 Euro nur die Windows XP Home Edition als DSP-Pack (ohne Support) mit Nutzungslizenz für einen Rechner zugelegt hast, nicht wahr?
      Und ich für meinen Teil bekomme das SuSE Linux 9.0 Professionel inkl. 90 Tage Installationssupport bei SuSE selbst für immernoch günstigere 79,95 Euro. Das vergleichbare Windows XP Professionel (DSP-Version) kostet bei deinem Anbieter hingegen mindestens 137,99 Euro. Und wenn du mal etwas weiter unten in der Liste geschaut hättest würdest du bei deinem Anbieter SuSE Linux Pro für 69,99 Euro gesehen haben.
      Vergleichen wir jetzt kernlose Weintrauben (Home / Personal Edition) mit "normalen" (Professionel Edition / Version)?
      Hinzu kommt bei Windows der zusätzliche (Kosten-)Aufwand für Software. Entweder man muss die Software teuer erkaufen (das günstigste MS Office – 2003 – kostet bei deinem Anbieter 184,50 Euro) oder man muss die Software noch aufwendig herunterladen (OpenOffice.org 1.1 für Windows wiegt knappe 65 Mibibyte), was für die Nutzer von Schmalbandanbindungen entnervend und dank fehlender günstiger Flatrate-Tarife auch wieder ziemlich teuer werden kann. Aber wem das Wordpad reicht, gut, jedem das seine.

      Die meisten Rechner werden bereits mit einer installierten Ausgabe von Windows XP Home ausgeliefert. Manchmal komme ich mir bevormundet vor wenn ich solch ein Angebot auf den Tisch bekomme. Auf der anderen Seite zähle ich auch nicht zu den Benutzern die all das was man Ihnen vorsetzt bereitwillig akzeptieren und die Augen vor Alternativen verschließen.

      Grüße

    • Am 15. März 2004 um 1:45 von elpsychodiablo

      AW: Re: Preisvergleich Windows XP Home Edition und SuSE Linux Professionel
      Dann zeig mir mal DJ Tracktor und Maxon Cinema auf Suse Linux das genausoschnell läuft wie auf dem Windows PC. Open Office steht für alle zu verfügung, auch für windows rechner.

    • Am 15. März 2004 um 9:38 von Peter

      AW: EU: Bescheuert…..
      Ich finde du hast Teilweise recht, aber eben nur Teilweise. Microsoft soll schon ein "komplettes System" zur Verfügung stellen, was dem Großteil der Bevölkerung auch reicht und was die meisten auch gar nicht anders wollen (wenn ich da an so manch einen älteren denke, der froh ist wenn er den PC anbekommt). Da die Leute die davon Ahnung haben sowieso andere Software haben und auch damit umgehn können, dürfte es keinen "ärgern" wenn Microsoft ein "Komplettsystem" anbietet. Allerdings sollte man dann auch erwarten können, das die Software einen nicht "ausspioniert" und nicht solche "kritischen" Sicherheitslücken Vorweist!
      Nun zu Linux! Ich bin selbst noch ein Linux Newbe und habe bisher nur gute Erfahrungen mit dem System gemacht. Bei lief fast alles Problemlos nach der Installation, einziges Problem war der 5.1 Sound, was sich aber auch relativ schnell beheben ließ. Deswegen bin ich der Meinung, das es durchaus gute Alternativen gibt!!

  • Am 13. März 2004 um 21:27 von EJ Sailer

    Linux und Windows
    Dann hast Du wahrscheinlich ein uralt Linux, oder bist nicht in der Lage die Konfiguration von Hand etwas nachzubessern.
    Armer Kerl…

    • Am 14. März 2004 um 15:14 von Cozmo

      AW: Linux und Windows
      Was mich wirklich nervt sind Leute, die meinen, sie gehörten einer elitären Klasse an, wenn sie etwas Ahnung von Linux haben.
      Gerade im Moment wird Linux immer populärer, sprich es gibt viele Anfänger. Aber man wird als Linuxanfänger von so hochnäsigen Komentaren nur abgeschreckt – das hat Linux nicht verdient.

  • Am 14. März 2004 um 9:03 von Siegfried

    Windows und Linux
    Du solltes den Herren doch mal den Preis für eine Updateversion von Suse nennen,der ist 49,95. Aber leider können die meisten Leute nicht rechnen. Sie schauen nur auf den Preis des Betriebsystems und nicht auf die laufenden Kosten. Die IT Kosten sind nähmlich bei MS-Produkten höher als bei Linussoftware. Dies gilt im Professionellen Einsatz wie auch zuhause. Denn die Zeit die ich für die Pflege meines Systems aufwende ist bei MS-Produkten deutlich höher, sonst riskiere ich doch ein instabiles System. Und wenn ich nicht gerade extrem exotische Hardware verwende oder mich ein bischen in die Administration des OS einarbeite, bekomme ich auch unter Windows irgendwann Probleme. Also gibt es garkeinen Grund Linux als nicht brauchbar zu bezeichen.

  • Am 15. März 2004 um 10:16 von CORNHOLIO

    Das ist doch schon mal ein Anfang
    So weit, so gut. Eine Strafe von 3 Mrd. $ wäre zwar übertrieben, allerdings auch nicht zu erwarten. Trotzdem empfände ich eine reine Geldstrafe als nicht ausreichend, dafür sind die Umsätze von M$ einfach zu hoch und die Schäden, die M$ mit seiner Politik angerichtet hat, einfach zu groß.

    M$ bundelt vor allem mit Windows so viel (nicht richtig funktionierenden) Crap, daß man daran nicht mehr vorbei kommt. Selbst wenn man Programme wie Mozilla, Real- oder Zoom- Player, und OpenOffice installiert, verbrauchen diese Teile Platz, Resourcen und machen das System insgesamt instabil, da z.B. der Internet Explorer zu tief in das System integriert ist.

    Wenn die Programme bei Installation abgewählt werden könnten oder noch besser auf einer extra CD dem OS beiliegen würden, dann könnte jeder selbst darüber entscheiden ob er sie nun haben will, oder nicht. Das würde vielleicht nichts an der Tatsache ändern, daß viele trotzdem mit Frontpage Internetseiten erstellen, die nur der IE fehlerfrei darstellen kann und Videos als "IchSehGernAnimiertePixel"-asf, -wmv codiert werden, es würde vielleicht jedoch die Hemmschwelle, ein anderes Programm/Codec überhaupt erst zu installieren, herabsetzten.

    Conclusion: Eine Änderung der Geschäftspraktiken wäre die beste Lösung

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