Microsoft will Ihre Freunde kennen lernen

"Social Computing" soll Kontaktverwaltung vereinfachen

In dieser Woche fand Microsofts interne Veranstaltung „TechFest“ statt. Dort präsentierten die Forscher aus den fünf Microsoft-Labors (Cambridge, Silicon Valley, San Francisco, Redmond und Peking) vor allem neue Usability-Technologien für Software.

In der Abteilung Microsoft Research gibt es jetzt eine neue Arbeitsgruppe für „Social Computing“. Sie hat sich zum Ziel gesetzt, den Computer menschlicher zu gestalten – die Maschine soll mitdenken, und dem Anwender selbst die Daten präsentieren, die er als nächstes brauchen könnte.

Die Leiterin der Gruppe, Lili Cheng, hat vor allem die Verwaltung von Kontakten als Problem ausgemacht. Viele Anwender organisieren sie heute in Mail- und Instant-Messaging-Programmen, aber: „Kontakte entsprechen nicht der Art, wie Menschen denken“, meint Cheng. So sei die handgeschriebene Telefonliste neben der Tastatur eine viel bessere Entsprechung des wirklichen Kommunikationsbedürfnisses. Die dort verzeichneten Personen, so Cheng, seien die, mit denen man wirklich häufig Kontakt aufnehmen wolle.

Deshalb will Microsoft in seinen künftigen Kommunikations-Programmen eine sich selbst sortierende Liste namens „Inner Circle“ einbauen. Wenn man beispielsweise viele Mails von jemandem bekommt, dem man aber nie antwortet, taucht er in der Liste nicht auf. Menschen, denen man häufig schreibt, werden dagegen in den inneren Zirkel aufgenommen. Außerdem soll sich die Liste zoomen lassen. Wenn man beispielsweise eine Mail von Bernhard sucht, aber nur Anton und Claudia in der Liste erscheinen, kann man zwischen die beiden Namen klicken – und Bernhards Kontakte werden dargestellt.

Auch E-Mails und Instant-Messages sollen in die Ordner des Inner Circle automatisch einsortiert werden. Cheng hat festgestellt, dass viele Benutzer schon heute Ordner für ihre wichtigsten Kontakte anlegen, jedoch Mails aus der Inbox einzeln dort hineinziehen. „Es ist ziemlich dämlich, dass ein Mensch das dauernd verwalten muss“ meint Lili Cheng. Die Forscherin weiß auch, dass diese Ansätze technisch gesehen kein Durchbruch sind – aber die Orientiertheit von Industrieprodukten an modernen Kommunikationsmethoden sei auch bei Software längst fällig. Andere Branchen, wie etwa die Handy-Hersteller, hätten das längst vorgemacht, meinte Cheng.

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