Kazaa-Klagen: User schlagen zurück

Mutter einer Filesharerin wirft Musiklobby Gangstermethoden vor

Im Kampf der Musikindustrie gegen die Tauschbörsen im Internet schlagen nun die User zurück. Die Mutter einer minderjährigen Userin aus New Jersey hat eine Klage gegen drei große Musikkonzerne eingebracht und wirft diesen „verbrecherische Erpressung“ vor. Die Musiklobby Recording Industry of America Association (RIAA) agiere nicht anders als das organisierte Verbrechen, lautet der Vorwurf von Michele Scimeca.

Die RIAA hat bisher insgesamt 1.500 Klagen gegen Tauschbörsenuser eingebracht. Erst am Mittwoch war eine neue Klagewelle gegen insgesamt 531 unbekannte User publik geworden. In genau 381 Fällen hat der Musikverband die Klagen wieder zurückgezogen, nachdem die betroffenen User Schadenersatzzahlungen in der Höhe von 3000 bis 10.000 Dollar geleistet haben.

Auf der anderen Seite haben nach Angaben des Musikverbandes etwa eine „Handvoll Personen“ unter verschiedenen Titeln Gegenklagen eingebracht. Scimeca war von der RIAA im vergangenen Jahr verklagt worden, weil ihre minderjährige Tochter auf der Tauschbörse KaZaA mehr als 1000 Titel angeboten haben soll. In ihrer Gegenklage wirft die Frau aus New Jersey dem Branchenverband quasi Mafiamethoden vor.

Indem die RIAA erst eine Klage einbringe und dann eine Niederlegung der Klage gegen Zahlung einer Pönale anbiete, verstoße der Musikverband gegen die selben Gesetze, die sonst bei Gangstern und dem organisierten Verbrechen Anwendung finden.

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3 Kommentare zu Kazaa-Klagen: User schlagen zurück

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  • Am 23. Februar 2004 um 9:55 von E. Ehrlich

    Seitdem die Musikindustrie …
    …mit diesen Methoden arbeitet kaufe ich keine CDs mehr. Diese Leute verstehen nur Boykott. Bei diesem Vorgehen ist mir auch die Lust vergangen, diese überteuerten CDs zu kaufen, obwohl ich nie in meinem Leben Musik downgeloadet habe. Vielleicht wird eine CD mal wieder so billig wie eine LP (die in der Herstellung und Distribution vielfach kostenintensiver war), dann denke ich mal wieder darüber nach, meine Meinung zu ändern. Die DVD-Preise machen die gleiche unsägliche Preistreiberei durch. Das wird für die Filmindustrie in die Hose gehen!

    • Am 27. Februar 2004 um 12:48 von Markus Müller

      AW: Seitdem die Musikindustrie …
      da muss ich dir recht geben.
      Die meisten Musiker haben nichts gegen Kazaa oder so. Nur leider die musikindustrie. Warum muss die Musikindustrie wohl soviel schadensersatz verlangen ?

      Weil: Niemand mehr ihre CDs kauft und sie vollkommen dumm sind wegen ein parr MP3s soviel Geld zu verlangen.
      Ich habe mir früher CDs gekauft die so um 20€ teuer waren obwohl ich FRÜHER die möglichkeit gehabt habe perr Kazaa zu ziehen.
      Ich kaufe mir keine CDs mehr. Bei Kazaa ziehe ich auch nicht mehr. Da ist die Musikindustrie selber schuld.

      Ich finde bei Kazaa mp3s herunterzuladen ist das selbe als wenn ich vom Radio musik aufneheme und höre sie mir später so oft ich will an !!

  • Am 27. Februar 2004 um 15:54 von Rookie

    Mafiapreise
    Ob die Musikidustrie Mafiamethoden anwedendet, kann ich nicht beurteilen, aber Mafiapreise sind es auf jeden Fall! Eine CD oder DVD, die in der Herstellung wenige Cent kostet, sollte im Verkauf, selbst wenn alle anderen Kosten (Transport, Steuern und Gewinnmargen) aufgeschlagen worden sind, nicht über 4-5 EUR kosten! Solange die Musikidustrie nicht in bereit ist diegleichen Abstriche wie der Rest der Bevölkerung hinzunehmen, werde ich mir keine CDs und DVDs kaufen.

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