Österreich: Schutzgelderpressung bei Websites

Täter drohen mit DDoS-Angriffen

Die Websites von mindestens drei österreichischen Unternehmen sind in den vergangenen Wochen Opfer von DDoS-(Distributed Denial of Service)-Attacken geworden. Wie die österreichische Computerwelt unter Berufung auf inoffizielle Stellungnahmen der Betroffenen mitteilte, seien bislang jedoch weder Kundendaten noch die Seiten selbst gefährdet gewesen.

Die ersten gezielten Angriffe sind demnach am Vormittag des 6. Februars gestartet worden. Nach einer kurzfristigen Belastung der Server auf rund 30 Prozent, wurden die Opfer per E-Mail zur Zahlung von 50.000 Dollar aufgefordert, um für den Zeitraum eines Jahres von Angriffen verschont zu bleiben. Nach 120 Minuten stieg die Belastung der Server durch die Erhöhung der DDoS-Attacken auf 70 Prozent, kurz danach auf 98 bis 102 Prozent. Durch den Ausfall der Server entstanden den Unternehmen erhebliche Kosten durch Geschäftsausfälle.

„Die österreichischen Behörden können dann aktiv werden, wenn die Opfer auch Anzeige erstatten“, sagte der IT-Experte der Cyber-Crime-Unit des österreichischen Bundeskriminalamtes, Markus Blank. „Bei uns hat Diskretion oberste Priorität“, versicherte Blank weiter. Auf internationaler Ebene arbeite man in solchen Fällen sehr erfolgreich mit Interpol zusammen. Die Internet Service Provider Austria (ISPA) planen aus gegebenem Anlass einen speziellen Workshop zum Thema „Krisenreaktion bei DDoS-Attacken“.

Die erstmals bekannt gewordene Bedrohung österreichischer Websites ist allerdings kein Einzelfall. Bereits im September wurden konkrete Fälle aus Großbritannien und der Karibik gemeldet. Insgesamt sechs Erpressungsversuche von Online-Wettbüros wurden zur Anzeige gebracht. Experten der britischen Hi-Tech Crime Unit vermuten die Täter in Osteuropa, insbesondere in Russland, da in diesen Ländern die Verbrechensbekämpfung schwere Defizite in punkto Cybercrime aufweise.

Themenseiten: Telekommunikation

Fanden Sie diesen Artikel nützlich?
Content Loading ...
Whitepaper

ZDNet für mobile Geräte
ZDNet-App für Android herunterladen Lesen Sie ZDNet-Artikel in Google Currents ZDNet-App für iOS

Artikel empfehlen:

Neueste Kommentare 

2 Kommentare zu Österreich: Schutzgelderpressung bei Websites

Kommentar hinzufügen
  • Am 19. Februar 2004 um 16:04 von Interessent

    Super Server
    Wo kann ich den Server kaufen? Ich finde das klasse, wenn man einen Server bis zu 102% belasten kann.
    Der Server ist gekauft ;o)

    • Am 19. Februar 2004 um 16:38 von tux73

      AW: Super Server
      In Öschtreich!
      Allerdings muß man als User Russe sein oder zumindest aus Rußland aus arbeiten…

      Meine Heizung hat übrigens einen Wirkungsgrad von 109%! Genial, oder?

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *