Microsoft heizt Preiskrieg im ERP-Markt weiter an

Die Redmonder bieten kleineren Firmen die Unternehmenslösung "Navision für kleine Unternehmen" für eine unverbindliche Preisempfehlung von 1950 Euro pro PC-Arbeitsplatz an. Damit wollen die Redmonder in das unterste Segment betriebswirtschaftlicher Lösungen eindringen, dass bisher von Unternehmen wie Sage KHK, Lexware oder Exact dominiert wird.

Die Geiz-ist-geil-Welle hat den B2B-Sektor erreicht: SAP will „intelligent“ an der Preisschraube drehen, um im CRM-Markt Marktanteile zu gewinnen. Das teilte SAP-Vorstandsprecher Henning Kagermann gegenüber dem „Handelsblatt“ mit. Und Microsoft versucht nun mit Pauschalangeboten die ERP-Kundschaft zu ködern. Anscheinend hat das Programm „Total Solution Financing“ nicht ausgereicht, dass die Redmonder zur Systems aufgelegt hatten. Um zusätzliche Kaufanreize zu bieten, etablierte der Softwarekonzern Anfang Oktober 2003 das Modell für die Finanzierung von ERP-Software, in dessen Rahmen die gesamten Projektkosten einer ERP-Installation finanziert werden sollen, also die Kosten für Hard- und Software sowie Aufwendungen für die Implementierung und anfallende Services.

In Erstaunen versetzt die neuerliche Offerte „Navision für kleine Unternehmen“ preislich zumindest nicht. Hier können Konkurrenzprodukte mithalten. Für Irritation dürfte das zusätzliche Paket eher sorgen, da Microsoft sich bisher mit Produkten wie Navision, Axapta, Apertum, Great Plains, Daamgard XAL bereits ein ganzes Sammelsurium zusammen gekauft hat, und Kunden sowie Partner sich schwer damit tun, welches Produkt sie denn nun kaufen beziehungsweise verkaufen sollen. Die große Unternehmenslösung Microsoft Navision soll bis mindestens zum Jahr 2012 unterstützt und verbessert werden. Zudem hat die Gates-Company für 2006 eine komplett neue ERP-Lösung mit dem Arbeitstitel „Green“ in Aussicht gestellt und nun noch die „Für-Kleine-Unternehmen“-Lösung – das Chaos scheint perfekt.

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