Erstes Signal: US-Justiz gegen Peoplesoft-Übernahme

Endgültige Entscheidung steht noch aus

Eine erste Empfehlung von Mitarbeitern des US-Justizministeriums spricht sich gegen eine Übernahme von Peoplesoft durch Oracle aus. Das Ministerium hat Peoplesoft am Dienstag darüber informiert, und kündigte seine endgültige Entscheidung für den zweiten März an.

Derartige „staff recommenadations“ sind bei Kartell-Verfahren in den USA üblich. Sie geben die Meinung der untersuchenden Beamten wieder, sind aber noch keine der oft politisch gefärbten endgültigen Entscheidungen der Behörde. Die Empfehlungen gelten jedoch als frühes Signal für die Richtung, die beim finalen Spruch eingeschlagen wird.

Das Ministerium wollte die aktuelle Stellungnahme nicht weiter kommentieren, und auch Oracle hält sich noch bedeckt. Schriftlich teilte das Unternehmen jedoch mit: „Solange keine Entscheidung gefallen ist, glaubt Oracle, dass die Übernahme letztendlich genehmigt werden wird.“ Vor Monaten hatte Oracle-Chef Larry Ellison noch gesagt, dass eine negative Entscheidung der US-Justiz auch das Ende seiner Übernahmeversuche bedeuten würde. In einem Interview mit der Tageszeitung „USA Today“ meinte er jedoch vor kurzem, dass er nun auch bereit wäre, ein Verbot anzufechten.

Oracle ist noch immer zuversichtlich, die Übernahme auch gegen den Willen des Minsteriums durchsetzen zu können. So beschäftigt das Unternehem inzwischen den Anwalt James Rill, der drei Jahre als Staatsanwalt im Justizminsterium mit derartigen Überpüfungen betraut war. Er gab an, in dieser Zeit mehrere Fälle erlebt zu haben, bei denen der Generalstaatsanwalt der Empfehlung der Mitarbeiter nicht gefolgt sei.

Derzeit diffundiert das Verfahren in der Behörde noch bis zu den Entscheidungsträgern. Am Ende dieses Prozesses steht der stellvertretende Generalstaatsanwalt Hewitt Pate, welcher der Kartell-Abteilung vorsteht. Er könnte vor einem Bundesgericht eine einstweilige Verfügung gegen die Übernahme erwirken. Oracle wiederum müsste sich dann um eine Aufhebung bemühen, sodass die Angelegenheit letztendlich vor Gericht entschieden werden könnte.

Da sich der seit Juni geplante Kauf von Peoplesoft immer weiter hinzieht, wird die Übernahme für Oracle inzwischen immer teurer. Erst in der vergangenenen Woche hatte Oracle sein Angebot von 19,50 Dollar je Aktie auf 26 Dollar erhöht. Damit sind derzeit 9,4 Milliarden Dollar für den drittgrössten Hersteller von Unternehmens-Software geboten.

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