Es gibt immer ein Zurück: vier Disaster-Recovery-Lösungen

Jeder braucht Backups, aber wie stellt man einen Server mit Betriebssystem, Patches und Daten schnell wieder her? Der Artikel vergleicht vier Lösungen und stellt alle Recovery-Verfahren vor.

Disaster-Recovery-Software verfügt über eine breite Palette an Funktionen. Eine, die sicher jeder kennt, ist die altbewährte Bandsicherungssoftware. Disaster Recovery, also die Wiederherstellung des Systems, ist genau das, wofür die Sicherung auf Bänder gedacht ist, aber die Bandtechnologie befindet sich inzwischen wirklich am unteren Ende der Technologie-Pyramide.

Grenzen der Bandsicherung

Traditionell werden mit Band-Backup-Software in regelmäßigen Abständen vollständige Dateisicherungen und in geringeren Zeitabständen inkrementelle Sicherungen durchgeführt. Sollte es zu einem Totalabsturz mit Datenverlust kommen, muss man einfach nur die letzte Komplettsicherung und die letzte inkrementelle Sicherung installieren, um die Daten wiederherzustellen. Ein übliches Szenario sind hierbei komplette Datensicherungen am Wochenende und inkrementelle Sicherungen von Montag bis Freitag. Natürlich erfordert ein Datenverlust am Freitag den Durchlauf einer langwierigen Wiederherstellungsprozedur, da man zunächst die letzte Komplettsicherung und anschließend vier inkrementelle Backups, von Montag bis Donnerstag, eines nach dem anderen aufspielen muss. Allein aus diesem Grund entscheiden sich viele Anwender dafür, eine Komplettsicherung am Wochenende durchzuführen, Montag und Dienstag inkrementelle Sicherungen, dann ein differentielles Backup am Mittwoch, gefolgt von zwei weiteren inkrementellen Sicherungen am Donnerstag und Freitag.

Das differentielle Backup am Mittwoch dauert länger als ein inkrementelles, bedeutet aber, dass ein Absturz am Freitag nur das Aufspielen eines kompletten, eines differentiellen und eines inkrementellen Backups erfordert – und nicht eines kompletten Backups und vier inkrementeller Sicherungen.

Sollte es aber zu einem Server-Super-GAU kommen oder wird dieser gar gestohlen, verliert man etwas mehr als nur seine wertvollen Daten, denn man verliert eventuell auch viel Zeit, wenn man den Server wieder in dem Zustand herstellen möchte, in dem man mit der Wiederherstellung der Daten beginnen kann. Die traditionelle Bandsicherung sichert lediglich Dateien. Da man somit nicht das Betriebssystem vom Band wiederherstellt, muss man zuerst das Betriebssystem, die Treiber und möglicherweise jede Menge Patches vom Betriebssystemanbieter installieren. Und das ist wirklich ein enormer Zeitaufwand. Zeit ist natürlich Geld und bis alle Daten wieder online sind, wird das betroffene Unternehmen bestenfalls mit einem Bruchteil seiner Effizienz arbeiten oder, im schlimmsten Fall, überhaupt nicht.

Natürlich ersetzen inzwischen viele Unternehmen ihre Bandlaufwerke durch günstige, direkt angeschlossene ATA-Laufwerke, die schnell sind und große Speicherkapazitäten bieten. Dies beschleunigt die Sicherungs- und Wiederherstellungsprozesse zwar erheblich, doch ändert eine Dateien-basierte Backup-Software nichts an der unvermeidbaren und zeitraubenden Neuinstallation des Betriebssystems.

Themenseiten: Security-Praxis

Fanden Sie diesen Artikel nützlich?
Content Loading ...
Whitepaper

ZDNet für mobile Geräte
ZDNet-App für Android herunterladen Lesen Sie ZDNet-Artikel in Google Currents ZDNet-App für iOS

Artikel empfehlen:

Neueste Kommentare 

2 Kommentare zu Es gibt immer ein Zurück: vier Disaster-Recovery-Lösungen

Kommentar hinzufügen
  • Am 5. Februar 2004 um 22:46 von cst

    Es gibt immer ein Zurück: vier Disaster Recovery Lösungen
    man hat beim Lesen der Artikel absolut nicht den Eindruck das der Autor von dem Thema wirklich etwas versteht, geschweige denn Ahnung von den am Markt erhältlichen Produkten hat.

  • Am 6. Februar 2004 um 16:16 von Gilbert Diedrichs

    Disaster Recovery Lösungen
    Nur auf der letzte Seite geht der Autor auf die Besonderheit "Disaster" ein, insgesamt ist die Betrachtung noch zu idealistisch.
    Es beginnt damit, dass ein Unternehmen ohne Not keinen leistungsfähigen Server in Reserve vorhält – die Lieferzeit für vernünftige Server liegt ohne besonderen Vertrag im Bereich von Tagen. Dann muss ein Notfall-Szenario davon ausgehen, dass mehr als nur ein Server nicht verfügbar ist, evtl. das gesamte RZ oder Gebäude. Also muss auch das Datensicherungslaufwerk neu beschafft werden, bei Tapes mit dem gleichen Formfaktor!
    Wenn nur ein einzelner Server ausfällt entstehen bei den üblichen vernetzten Applikationen Inkonsistenzen durch die Recovery eines einzelnen Systems.
    Als Faustregel gilt, dass alles, was nicht in einem echten vollständigen Test überprüft wurde, nicht funktioniert. Aus meiner Praxis weiss ich, dass viele Datensicherungen auf Band nicht nutzbar sind, weil Dateien oder ganze Bänder nicht lesbar sind, bzw. neuere Dateien nicht in den Backup-Plan aufgenommen wurden. Das heisst, ein Notfallplan muss umfassend sein, vom GAU ausgehen und jedes Jahr mindestens einmal im Test simuliert werden.
    Insgesamt ist die Ausfallzeit selbst bei kleinen Notfällen erheblich länger als man sich vorstellt und echte Notfälle in Firmen ohne Notfallplanung führen in mehr als der Hälfte der Fälle zum Untergang des Unternehmens. innerhalb von 12 Monaten (Versicherungsaussagen).

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *