Cisco steigt bei WLAN-Chips aus

Statt eigener Halbleiter will man Software weiter entwickeln

Am vergangenen Freitag hat eine Sprecherin von Cisco Systems bestätigt, dass das Unternehmen nicht weiterhin eigene Chipsätze für drahtlose Netzwerke entwickeln will. Abby Smith von Cisco sagte: „Unsere langfristige Strategie liegt nicht mehr bei der eigenen Produktion von WLAN-Chipsätzen. Wir investieren jedoch weiterhin in WLAN-Software und andere Lösungen.“ Laut Smith seien die Funk-Chipsets so weit am Markt gereift, dass sie Standardware seien. Man müsse sie daher nicht mehr selbst designen.

Damit wird wohl auch das Unternehmen Radiata obsolet, das bisher WLAN-Chipsätze entwickelt hatte. Cisco hatte die Firma im November 2000 für 295 Millionen Dollar in Aktien übernommen. Damals hatte Radiata 53 Mitarbeiter in Kalifornien und Australien. Einige der Entwickler sollen von Cisco übernommen werden, für andere steht wahrscheinlich die Kündigung an.

Unternehmensstrategisch gesehen war der Kauf von Radiata dennoch ein Erfolg für Cisco. Der Netzwerk-Gigant hat in der Vergangenheit meistens ein glückliches Händchen bei Übernahmen bewiesen. Diese waren stets auf Technologie-Erwerb, und nicht auf das Schlucken eines Konkurrenten ausgerichtet. Die 295 Millionen Dollar für Radiata waren da schon ein Schnäppchen: Auf dem Höhepunkt der Internet-Hysterie 1999 hatte Cisco sieben Milliarden Dollar für das Starup Cerent bezahlt, das seitdem die Basistechnologie für Ciscos Komponenten für optische Netzwerke herstellt. Insgesamt hat Cisco seit 1993 ganze 81 Firmen gekauft, die meisten davon waren Startups mit innovativen Technologien.

Themenseiten: Cisco, Hardware, Telekommunikation

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