Talkline sieht Servicenummern als Milliardengeschäft

Etwa 50 bis 60 Prozent der Mobilfunk-Kunden nutzen bereits regelmäßig Premium-Rate-Dienste

Servicenummern für Mobilfunk-Anbieter werden sich in den kommenden Jahren zum Milliardengeschäft entwickeln. Diese Ansicht hat der Vorsitzende des Servicenummern-Anbieters Talkline-ID, Renatus Zilles, auf der achten Euroforum-Jahrestagung „Telecom Trends“ in Köln vertreten.

In Deutschland wurden 2003 rund 36 Milliarden SMS verschickt, um 4,8 Milliarden mehr als im Jahr zuvor. Neue interaktive Fernsehformate werden besonders Voting-Dienste über Premium-SMS verstärken. Im Jahr 2005 soll dieses Geschäft einen Umsatz von bis zu 650 Millionen Euro ausmachen. Das derzeitige Umsatzvolumen bei Auskunfts- und Mehrwertdiensten in Deutschland bezifferte der Talkline-Chef zwischen 1,5 und 1,8 Milliarden Euro, mit steigender Tendenz. Die größten Zuwachsraten sind in diesem Segment bei Voting- (0137-Nummern) und bei Premium-SMS-Diensten zu erwarten.

Etwa 50 bis 60 Prozent der Mobilfunk-Kunden nutzen bereits regelmäßig Premium-Rate-Dienste wie Fußball, Wetter, Börse, Klingeltöne oder Spiele. Die durch die Dialer-Problematik in Verruf geratenen 0190-Nummern sollen in die nächsten zwei Jahre durch 0900-Nummern ersetzt werden. Demnächst werden sich User auch auf völlig neuartige Dienste wie etwa die „eventgesteuerte Tarifierung“ einstellen müssen.

Dabei können Anwender innerhalb eines Gesprächs über eine 0900- oder 118xy-Servicenummer per Auswahl in einen anderen Tarif wechseln und so die Kosten einer Warteschleife vermeiden. Laut Zilles erwarten die Kunden für 2004 vor allem neue Anwendung wie Schnäppchen-Telefon, Lotto oder Telefonauktionen.

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