MySQL-CEO: „Wir bieten Billigflüge, Oracle den Luxusjet“

Mit der neuen Version seiner weit verbreiteten Open Source-Datenbank will MySQL noch weiter in die Domäne von Oracle und IBM vordringen. ZDNet sprach mit Marten Mickos, dem CEO des schwedischen Herstellers MySQL AB.

Die Open Source-Datenbank MySQL ist seit kurzem in der Version 5.0 erhältlich. Sie unterstützt erstmals Stored Procedures, SQL-Anweisungen nach dem Standard SQL-2003, die in kompilierter Form abgelegt werden. Das soll die Entwicklung umfangreicher Geschäftsanwendungen vereinfachen und die Datenintegrität erhöhen. Der schwedische Hersteller MySQL AB will damit noch weiter in die Domäne von Oracle und IBM vordringen.

Zudem bestätigen Analysten, dass sich die Gesamtkosten rund um den Datenbankeinsatz erheblich senken lassen, wenn die Anwender auf offene Systeme wie Postgres, Interbase oder MySQL migrieren. Allerdings sorgt Open Source auch für Negativschlagzeilen, spätestens seit SCO den Rechtsstreit um Linux-Lizenzen initiierte. ZDNet sprach auch darüber mit Marten Mickos, CEO des schwedischen Herstellers MySQL AB.

ZDNet: Drohen den Anwendern irgendwann auch einmal Lizenzgebühren für die unter der General Public Licence (GPL) erworbene Datenbank MySQL?

Mickos: Das ist unmöglich. Denn uns gehört der Quellcode. Wir sehen uns als Open Source-Unternehmen der zweiten Generation, die aus frühen Fehlern gelernt hat. Als Entwickler von MySQL können wir entscheiden, wie wir das Produkt lizenzieren. So gibt es kommerzielle Lizenzen, für Softwarehersteller, die sie für eigene kommerzielle Produkte benötigen, und die GNU GPL-Lizenz.

ZDNet: Ohne funktionelle Unterschiede?

Mickos: Ja. Es dürfte rund 4 Millionen Nutzer der freien Lizenz geben. Aber wir sind nicht nur eine Open Source-Company, sondern auch ein profitables Unternehmen, das größtenteils mit den kommerziellen Lizenzen Geld verdient. Wir bieten zwar auch Services an, aber größtenteils stammen die Einnahmen, zirka 60 Prozent, aus dem Software-Verkauf.

ZDNet: Wie viele Mitarbeiter beschäftigen Sie in der Entwicklung?

Mickos: Wir beschäftigen zehn Berater, fünf Beschäftigte für die Schulungen, zehn im technischen Support und 40 Entwickler.

ZDNet: Ist dieses Entwicklungs-Team auch für „MaxDB“, der anderen Datenbank Ihrer Firma zuständig?

Mickos: Bei MaxDB handelt es sich um eine weiterentwickelte Version von SAP DB, der Open Source-Datenbank von SAP, die wiederum die Weiterentwicklung eines Adabas-D-Derivats ist, das von der Software AG für Linux-Plattformen entwickelt wurde. Seit Mai des vergangenen Jahres verbindet uns mit der SAP AG eine Technologie-Partnerschaft.

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