JBoss: „Wir machen Middleware-Bedarfsartikel“

General Manager Sacha Labourey erläutert im ZDNet-Interview seine Strategie, das Verhältnis seiner Firma zur Open Source-Gemeinde sowie seine Software im Vergleich zu kommerziellen Applikations-Servern von IBM oder Bea.

Die Open Source Software (OSS) „JBoss“ gehört weltweit zu den am meisten verbreiteten J2EE-Applikations-Servern. Sacha Labourey, General Manager der JBoss-Group, die gerade erste Niederlassungen in Europa eröffnet, erklärt gegenüber ZDNet das Verhältnis des Anbieters von JBoss-Produkten und -Diensten zur der Public-Domain-Software.

ZDNet: Um zu verstehen, womit Ihr Unternehmen Geld verdient, erläutern Sie am besten, was JBoss eigentlich ist.

Labourey: Bei JBoss handelt es sich um ein Open-Source-Projekt, an dem sich derzeit 85 Entwickler aktiv beteiligen. Es waren zwar einmal 100 Programmierer, aber eigentlich sagt die pure Anzahl noch nichts über das Interesse an JBoss aus. Im Jahr 2002 alleine erfolgten rund zwei Millionen Downloads und 2003 waren es mehr als zwei Millionen.

ZDNet: Das Interesse und die Weiterentwicklung sind nicht rückläufig und führen zu baldigem Absterben des Produkts?

Labourey: Nein. Die Zahl ist völlig unkritisch. Es gibt nur aktuell kein besonderes Feature, das nachgefragt wird und jetzt schnell entwickelt werden müsste. Das können wir beurteilen, da rund 85 Prozent des JBoss-Codes von unseren eigenen 23 Entwicklern stammt, die ihr Know-how in JBoss investieren.

ZDNet: Welche OSS-Lizenz gilt für JBoss?

Labourey: JBoss ist eine freie Software, die unter der so genannten LGPL-Lizenz verteilt wird. LGPL steht für Library General Public Licence; Anwendungen, die auf dem JBoss-Code beruhen, lassen sich von den Entwickler-Firmen vermarkten. Die Unternehmen können darauf verweisen, dass JBoss integriert ist, aber nicht behaupten, dass Ihr Produkt identisch mit JBoss ist.

ZDNet: Entspricht der JBoss-Funktionsumfang dem eines kommerziellen Applikations-Servers von IBM oder Bea?

Labourey: Sofern es um einen Vergleich auf der J2EE-Ebene geht, ja. 1999 startete JBoss als offener EJB-Container. Heute entspricht JBoss einem kompletten J2EE-Framework (Version 1.3), mit dem sich Unternehmen ihre eigenen Applikationen bauen können. Der Microkernel basiert auf den Java Management Extensions (JMX) und unterstützt übrigens auch die Anforderungen einer Service-orientierten Architektur (SOA).

Zu den Features, die ich erwähnen möchte, gehört das Clustering von Java-Objekten, Schnittstellen zum Open-Source-Framework Eclipse, das unter der Ägide von IBM entwickelt wird, sowie ein paar Tools wie das Content-Management-System Nukes. Eine vollständige Liste befindet sich auf unserer Web-Site.

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