Studie: Weniger Musik-Downloads nach RIAA-Klagen

Aktuelle Untersuchung belegt Verunsicherung der Anwender

Die umstrittenen Klagen der Musikindustrie gegen Benutzer von Tauschbörsen haben die US-Anwender zu einem stark veränderten Nutzungsverhalten beim Download von Musik genötigt. Dies geht aus einer am Sonntag veröffentlichten Untersuchung hervor.

Demnach haben in den vier Wochen vor dem 14. Dezember nur 14 Prozent der US-Bürger Musik aus dem Internet heruntergeladen, während einer anderen Befragung über je 30 Tage im März, April und Mai 2003 waren es noch 29 Prozent. Für die Studie wurden telefonisch 1358 Internetbenutzer durch die Marktforscher von „Pew Internet & American Life“ befragt.

Seit September hat die „Recording Industry Association of America“ (RIAA) rund 400 Klagen gegen Anwender eingereicht, die Musik aus dem Netz heruntergeladen hatten. Die RIAA wirft den Beschuldigten „ungeheuerliche“ Verletzungen des Urheberrechts vor und fordert bis zu 150.000 Dollar je Verstoß.

Rund die Hälfte der Beschuldigten hat sich mit der RIAA aussergerichtlich geeinigt, wobei sie in der Regel maximal 5000 Dollar zahlten. Andere haben einen erbitterten Rechtsstreit gegen die Klagen angestrengt. Aus der aktuellen Studie geht weiter hervor, dass die Zahl der Downloader im Winter auf rund 18 Millionen Menschen gefallen ist, im letzten Frühling waren es noch 35 Millionen. Die stärksten Einbrüche gab es bei Frauen und Nutzern mit weiterführender Schulbildung sowie bei Eltern, deren Kinder zu Hause leben. Auch bei Studenten und Breitband-Nutzern wurde ein starker Rückgang verzeichnet.

Laut der Untersuchung hat auch die Verwendung von Peer-to-Peer-Clients im November gegenüber dem Vorjahreszeitraum stark abgenommen. Zu der Studie trug neben Pew auch das Unternehmen „Comscore Media Metrix“ bei, das für die führende Plattform Kazaa 15 Prozent weniger Benutzer ermittelte, bei Grokster waren es sogar 59 Prozent.

Dem gegenüber hat erst im Dezember ein US-Berufungsgericht der Musikindustrie einen herben Rückschlag beschert. Die Richter stellten fest, dass ISPs nicht weiterhin per einfacher richterlicher Anordnung den Plattenfirmen die Namen von Benutzern zur Verfügung stellen müssen, die Musik über das Netz getauscht hatten.

Stattdessen müssen die Labels jetzt eine Klage gegen Unbekannt einreichen, um dann eine richterliche Anordnung erhalten, um die Daten zu erhalten. Bis dahin dürfen sich die Beschuldigten zu den Vorwürfen äußern, noch bevor ihre Identität aufgedeckt wird.

Laut Comscore laufen die verunsicherten File-Sharing-Nutzer in Scharen zu den Websites über, die Musik-Downloads für 99 US-Cent pro Titel anbieten. Zu den beliebtesten kostenpflichtigen Download-Anbietern für Musik zählen Napster.com, das statt der früheren kostenlosen Tauschbörse nun seit Oktober und der Flagge von Roxio Bezahl-Dienste anbietet, und iTunes von Apple.

Themenseiten: Telekommunikation

Fanden Sie diesen Artikel nützlich?
Content Loading ...
Whitepaper

ZDNet für mobile Geräte
ZDNet-App für Android herunterladen Lesen Sie ZDNet-Artikel in Google Currents ZDNet-App für iOS

Artikel empfehlen:

Neueste Kommentare 

7 Kommentare zu Studie: Weniger Musik-Downloads nach RIAA-Klagen

Kommentar hinzufügen
  • Am 5. Januar 2004 um 15:57 von Heino

    Also diese RiAA, das heißt nichts anderes..Richt immer an meinem Arsch!!
    Aber na ja bei den Deppen Ammis wundert mich gar nichts mehr. Da laufen doch die Schwerverbrecher frei rum und kleine Fische die leicht zu fangen sind werden angeklagt. Ist doch auch einfach, wenn man keinen Bösen bekommt nimmt man halt die Anderen. Tja gelobtes Amerika!!! Ich muss kotzen….!!!!
    Also das ganze RIAA-Gekotze geht mir schon echt auf den Nerv oder von mir aus auf den Sack und den gleichen können Sie mir auch gerne gerne blasen.

  • Am 6. Januar 2004 um 11:21 von fake

    Für die Studie wurden telefonisch 1358 user befragt: ICH LACH MICH SCHECKIG!!!
    >Für die Studie wurden telefonisch 1358 >Internetbenutzer durch die >Marktforscher von "Pew Internet & >American Life" befragt.

    hä? wer zum teufel ist denn so behämmert und gibt am telefon irgend einem datenverwurstelungsinstitut auskunft über sein surf und downloadverhalten? diese studie ist sicherlich absolut ernst zu nehmen und sicher auch absolut repräsentativ. LACHLACH. sicher alles von der RIAA gesponsert um noch mehr zu verunsichern. LEUTE LASST EUCH DURCH SON MIST NICHT UNSICHER MACHEN!!! have fun

    euer fake

  • Am 6. Januar 2004 um 12:02 von Reinhard Fischer

    Verkäufe
    Wieviele CD’s sind denn nun mehr verkauft worden?. DAS wär doch das interresante an dieser Ganzen Aktion. Ich glaube das die Verkäufe nicht gestiegen sind. Davon hört man nämlich nichts, kein Wort.

  • Am 7. Januar 2004 um 5:27 von Ano Nymus

    Unsinn
    So ein Blödsinn. Wer hat die Studie gemacht? Ein Politiker? Die User werden nicht weniger. Im Gegenteil. Durch die Berichterstattung werden es immer mehr. Nur, es wird jetzt auf anderem Wege getauscht. Selber schuld Filmindustrie. Ihr musstet ja so auf die Pauke hauen. :-P

  • Am 20. Januar 2004 um 19:22 von Fred

    einfach billiger….
    Soll die Musikindustrie ihren Krempel einfach billiger machen….ich zahl doch keine 20-30 € für ’ne CD, bin ich Krösus??? Und wenn sie ihre Pseudo-Stars schon überbezahlen, dann soll’n sie halt Werbung auf/in die CD’s packen, oder Gimmicks verteilen(wie im Yps-Heft)….’ne einfachere zielgruppenorientierte Werbung gibts doch nicht….Gothic-CD’s mit Werbung für Urlaubsreisen zu den schönsten Friedhöfen Deutschlands, Metal gibts mit Hörgerätekatalog, Heimatmelodien mit zugehörigem Waschmittel-Gutschein und Prospekt über Toupets und Gebissreiniger, für die Benjamin Blümchen Fraktion klemmt man ’ne Tüte Lego mit an’s Label….ist das nix? Fragt mich halt! ;)

    • Am 18. Februar 2004 um 14:20 von renton

      AW: einfach billiger….
      das stimmt irgendwie schon…vielleicht ein bißchen überzogen dargestellt aber die Preise für Musik-CD’s sind einfach zu teuer. Sei es eine Maxi-CD für 7 oder 8 € und auch die Alben für 20 €. Bei den Maxi CD’s interessiert mich eh nur der Titeltrack, die ganzen Remixe und Bonustracks kann man meistens in die Tonne treten. Genauso bei den Alben sind immer nur ein paar Tracks gut, der Rest ist zum Lücken füllen. Das Preis-Leistungs-Verhältnis stimmt meiner Meinung nach bei Musik-CD’s überhaupt nicht mehr.

  • Am 10. Februar 2004 um 17:11 von anonymos

    MP3 und "Musikdownloads aus dem www"
    Die "Zeiten sind vorbei mit downloads aus dem www"! Die neuen Standards haben eine neue vieldeutig anders gelagerte Schicht übernommen USB2.0 DVD wieviele songs auf einer DVD oder wieviele songs auf externen Laufwerken platz haben ist halt deutlich besser und günstiger sich darüber daten zu tauschen als sie umständlich aus dem web zu saugen!!!
    mgf

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *