Betriebswirtschaft siegt über Fantasie

Erstmals seit zwei Jahren wird die Entwicklung der IT-Branche von positiven Prognosen begleitet und schon, so schreibt die Süddeutsche Zeitung, versuchen wiedergekehrte Dotcom-Manager die Fantasien der Anleger neu zu beleben.

Diese Glücksritter wissen aus Erfahrung, dass man sich auf das kurze Gedächtnis von Managern verlassen kann, deren Leistung tagtäglich am Shareholder Value gemessen wird. Schnelle Erfolge zählen an der Börse auch nach zwei Jahren Flaute mehr als nachhaltiges Wirtschaften.

Die Hoffnung auf einen neuen Boom stützt sich zudem auf Fakten, die in der öffentlichen Wahrnehmung in den vergangenen Jahren immer wieder ignoriert wurden. So hat sich gerade während der Dotcom-Krise das Internet auf breiter Basis etabliert. Unternehmen haben gerade in dieser schwierigen Zeit angefangen ihre internen und externen Prozesse – wo möglich – auf Basis von Internet-Techniken zu standardisieren.

Auch Privatanwender nutzen immer häufiger breitbandige Anschlüsse wie xDSL. Der Online-Einkauf ist inzwischen ebenso selbstverständlich wie die E-Mail. Während sich die Hacker von einst dem Rentenalter nähern, ist das Web für die Kids von heute selbstverständlicher als die Tageszeitung. Schüler recherchieren ihre Schulaufsätze online und nicht in der Bibliothek, Hausfrauen tauschen darüber Rezepte aus oder forschen nach Schnäppchen, ältere Menschen nutzen es, um mit ihren Freunden in Kontakt zu bleiben, ohne ständig Treppen steigen zu müssen. Kurz: Die Vision von einer Informationsgesellschaft ist Realität geworden.

Als Beispiel für die rasche Reifung der Informationstechnik in den vergangenen Jahren können – obwohl selbst noch recht neu – Web-Services herhalten. Mit ihrem gewaltigen Potenzial hoffte Microsoft nach dem Platzen der Dotcom-Blase, die Branche neu zu beleben. Doch das Marketing vom globalen Handel mit den Services von jedermann für jedermann lief rasch ins Leere. Dennoch etablierten sich die Web-Services – als elegantes Werkzeug zur Verringerung der IT-Vielfalt und damit zur Senkung der Administrationskosten in der DV-Abteilung. Nicht Microsofts Vision vom großen Geld hat sich durchgesetzt, sondern das Bedürfnis der Anwender vernünftig zu wirtschaften.

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