Bürger verlaufen sich im virtuellen Amt

Angebote lassen noch deutlich zu wünschen übrig

Allen Lobreden fürs E-Government zum Trotz: Derzeit ist das virtuelle Amt für den Bürger eher nicht zu gebrauchen. „Zwar wünschen sich neun von zehn Bürgern, Amtsgeschäfte online zu erledigen. Attraktive und vor allem benutzerfreundliche Angebote lassen jedoch auf sich warten“, so eine Untersuchung von SirValUse Consulting.

Die Analysten haben die E-Government-Portale der 50 größten Städte unter die Lupe genommen. Das Fazit: Durchschnittlich benötigt man mehr als drei Mausklicks, um bei den 50 größten deutschen Städten ein einfaches Formular zur Wohnungsanmeldung zu öffnen. Den Spitzenplatz in Sachen mangelhafter Benutzerfreundlichkeit soll die Stadt Chemnitz belegen: „Hier sind sechs Klicks notwendig, bis das Formular auf dem Bildschirm erscheint“, so die Untersuchung.

Rund ein Viertel der Deutschen besuche das Rathaus auch im Internet. Dabei nutzen nur acht Prozent auch die Online-Formulare der virtuellen Amtsstuben. Zwar böten 94 Prozent der 50 untersuchten Städte digitale Formulare im Internet an, ein Anmeldeformular beispielsweise lasse sich aber nur bei knapp der Hälfte auch am Bildschirm ausfüllen.

Auch die Benutzerfreundlichkeit bei der Suche nach den Formularen lasse zu wünschen übrig: Bei rund 75 Prozent der Städte seien zum Auffinden des entsprechenden Formulars drei oder mehr Mausklicks notwendig. „Zudem erübrigt sich mit dem selbstgedruckten Formular meist nicht der Weg zum Amt“, kritisieren die Analysten. Für den Erfolg des E-Government sind nach Ansicht der Experten benutzerfreundlichere Angebote der öffentlichen Hand notwendig. Auch die breite Einführung der digitalen Signatur werde die Entwicklung des E-Government in Gang bringen.

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