Herztransplantation: Linux-Kernel 2.6 veröffentlicht

Verbesserte Skalierbarkeit soll dem Open Source-Betriebssystem neue Märkte erschließen – Unternehmen wollen die neue Version schnellstmöglich einsetzen, um eventuellen Lizenzforderungen von SCO zu entgehen.

Jetzt ist er da: Linus Torvalds hat den lang erwarteten Linux-Kernel 2.6 veröffentlicht. Damit soll das Open Source-Betriebssystem fit für neue Märkte sein. Version 2.6 ist die erste umfangreiche Veränderung seit der Vorstellung von 2.4 im Januar 2001. Linux-Vater Torvalds zeigte sich zufrieden, dass die meisten Probleme bis zum gestrigen Release gelöst werden konnten. „2.6 ist zwar nicht ganz so fehlerfrei geworden, wie ich es mir vorgestellt habe, aber dennoch sieht die Sache ganz gut aus.“

Laut dem verantwortlichen Entwickler Andrew Morton sind die noch vorhandenen Bugs sehr schwer zu finden und würden sich nur unter ganz besonderen Voraussetzungen bemerkbar machen. Einer der besagten Bugs tritt beispielsweise nur bei 16- oder 32-Prozessor-Konfigurationen mit fehlerhaften Festplatten auf. Ganz oben in der Rangfolge der Verbesserung stand jedoch die Skalierfähigkeit. Während Kernel 2.4 nur auf Servern mit maximal acht Prozessoren gut performt, sei Version 2.6 für Umgebungen mit bis zu 32 Prozessoren ausgelegt. Durch diese Veränderung soll Linux auch für den Einsatz in großen Unternehmen für sehr anspruchsvolle Aufgaben geeignet sein, bislang eher eine Domäne von Unix. Die Migration in mittelständischen Firmen und Konzernen von Unix auf Linux dürfte sich mit der neuen Version also nochmals beschleunigen.

Allerdings braucht gut Ding Weile: Auf die kommerzielle Nutzung von Kernel 2.6 werden viele Anwender noch einige Zeit warten müssen. So soll der neue Kernel bei Red Hat erst im Jahr 2005 zum Einsatz kommen. „Wir arbeiten bereits an der Umsetzung des neuen Kernels, müssen ihn aber erst noch auf Herz und Nieren prüfen, bevor wir ihn in unsere Produkte einfließen lassen“, erklärte der Director EMEA Marketing Paul Salazar von Red Hat gegenüber ZDNet.

Suse, kürzlich von Novell übernommen, will hingegen schon im Sommer ein entsprechendes Produkt auf den Markt bringen. Wie der Chef des Suse Lab Kurt Garloff berichtete, ist zwar die Skalierbarkeit in Multiprozessorumgebungen verbessert worden, die Speicherverwaltung hingegen sei nicht mehr so effizient wie in 2.4. So sei der in der Praxis nutzbare Hauptspeicher auf 24 GByte begrenzt, während es in Version 2.4 noch 32 GByte waren.

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