Bitkom: Arbeitsplätze wandern Richtung Osten

Tschechien, Polen und Litauen sind Gewinner des Trends

Nach Banken und Versicherungen folgen immer mehr Branchen dem Trend zur Auslagerung von Produktion, Verwaltung oder Logistik nach Osteuropa. In den kommenden Jahren würden Konzerne, aber auch Mittelständler zunehmend in Niedriglohnländer wie Tschechien, Polen oder Litauen investieren, sagte Outsourcing-Experte Mathias Weber vom Bundesverband Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien (BITKOM) der Nachrichtenagentur AFP am Freitag in Berlin.

Einer Studie des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK) zufolge plant bereits jedes vierte Industrieunternehmen einen solchen Schritt. Länder wie etwa die baltischen Republiken hätten eine hohe Arbeitskultur, sagte Weber. Zudem lägen die Löhne und Gehälter weit unter dem deutschen Standard. Das werde sich zwar langsam angleichen, „jeder weiß aber, dass dies sehr lange dauert“, sagte Weber weiter.

Laut einer Umfrage des DIHK unter 7000 Industriebetrieben planen 24 Prozent eine Verlagerung zumindest eines Teils der Produktion ins Ausland. Dabei gehe es nicht mehr nur um lohnintensive Fertigung. Inzwischen werde neben der Verwaltung, Forschung und Entwicklung sogar die Verlagerung der Unternehmensführung in Betracht gezogen, berichtete der DIHK.

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4 Kommentare zu Bitkom: Arbeitsplätze wandern Richtung Osten

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  • Am 13. Dezember 2003 um 10:56 von nagash

    Arbeitsplätze wandern Richtung Osten
    Was sagt das uns dem Verbraucher, die Artikel diser Firmen nicht mehr kaufen
    Mal sehen wie lange die das durchhalten.

    • Am 15. Dezember 2003 um 11:24 von madalda

      AW: Arbeitsplätze wandern Richtung Osten
      Wieso die Produkte dieser Firmen nicht mehr kaufen? Es ist nur eine Frage der Zeit bis wir garnichts mehr kaufen können, wenn alle keinen Job mehr haben. Denn es wird folgendes passieren: Die Preise im Osten gehen langsam nach oben und bei uns gehen die Preise langsam nach unten.

  • Am 13. Dezember 2003 um 11:34 von Karsten Mühle

    Bitkom: Arbeitsplätze wandern Richtung Osten
    Prima,
    dann haben diese Firmen sicherlich auch dort ihre Märkte, in denen sie ihre Produkte massenhaft zu dem dortigen Markt angemessenen Preisen verkaufen.
    Bei uns nicht, wir können unser Geld nur einmal ausgeben, warum es also Firmen in Rachen werfen, die meinen, die exorbitanten Einkommen der Führungs(?)kräfte auf Kosten der Mitarbeiter durch Outsourcing und Co. zu finanzieren…

  • Am 14. Dezember 2003 um 18:12 von Matthias

    Polen
    100 Gewerkschaften und 100 Vorschriften, da hat schon mancher das Handtuch geworfen. Billige Arbeitskräfte sind nicht alles. Während die Bahn in Deutschland kaum streikt, gab es allein im letztem Jahr in Polen 5 Streiks bei der Bahn – also so einfach ist es dann auch nicht. Ein solches Abenteuer kann auch teuer werden. Trotzdem ich habe nichts dagegen, wenn die Fertigungskapazitäten in Osteuropa erweitert werden. Das bringt Europa vorwärts und bricht eventuell das Monopol Asiens. Fakt ist doch, wenn es uns den Osteuropäern besser geht, wird auch in unserem Land mehr produziert, weil der Markt da ist. Leute die wegen der billigen Arbeitsplätze entlassen werden, finden dann in den Firmen Arbeit die hier bleiben und mehr produzieren können. Ein Beispiel: Ohne die Polen gäbe es in meiner Heimatstadt Frankfurt(Oder) 10-15% weniger Gastronomie und bis 25% weniger Läden. Ohne die deutschen Wochenmarkttouris gäbe es im polnischen Slubice viel mehr Arbeitslose. Also bitte keine Angst……..
    MfG Matthias

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