Geschichte der Computerviren: Eine Plage wird 20 Jahre alt

Seit 20 Jahren gibt es jetzt Computerviren. Sie sind aus der Faszination einiger Wissenschaftler und Hacker mit sich selbst reproduzierenden Programmen hervorgegangen - und dennoch bis heute nicht gründlich erforscht worden.

Fred Cohens Beitrag zur Technologiegeschichte nimmt ohne Zweifel einen einzigartigen Rang ein: Er bescherte dem Lexikon der Informatik den Begriff „Virus“. Der Professor an der Universität von New Haven verwendete ihn erstmals 1984 in einem Aufsatz, in dem er die Bedrohung durch sich selbst reproduzierende Programme beschrieb und potentielle Schutzmaßnahmen gegen solche Programme untersuchte. Als er drei Jahre danach bei der National Science Foundation um Gelder nachsuchte, um weiter Gegenmaßnahmen erforschen zu können, wurde er abgewiesen.

„Die Ablehnung wurde damit begründet“, sagt Cohen, der auch Chefanalytiker des Forschungsunternehmens Burton Group ist, „dass diese Arbeit nicht von aktuellem Interesse sei.“

Zwei Jahrzehnte danach büßen zahllose Unternehmen und Einzelpersonen noch immer für diesen Fehler. Die Technologiebranche sucht nach wie vor nach einer umfassenden Lösung, mit der sie alle Viren und Würmer bekämpfen kann. Die stetig anwachsende Liste dieser zerstörerischen Programme stellt für Computer die größte Bedrohung dar. Jedes Jahr verlieren Unternehmen Milliarden von Dollar, weil sie gezwungen sind, ihre eigentliche Arbeit zu unterbrechen und sich mit digitalen Plagegeistern wie Sobig und Slammer zu befassen.

Während den bösartigen Angreifern aus dem Netz, die sich die Schwachstellen der Technologie zunutze machen, viel Aufmerksamkeit gewidmet wurde, gibt es kaum Aufzeichnungen über die Ursprünge der Viren. Die frühen Versionen wurden nicht von unzufriedenen Teenagern oder antisozialen Strebertypen programmiert, sondern von Uni-Forschern, Systemadministratoren und einer Handvoll Hackern alter Schule, die von sich selbst reproduzierenden Programmen fasziniert waren.

Es folgte eine Geschichte von technischem Genius, akademischer Naivität, bürokratischer Arroganz und der menschlichen Neigung, Institutionen einfach deshalb zu bekämpfen, weil sie eben da sind.

Themenseiten: Security-Analysen

Fanden Sie diesen Artikel nützlich?
Content Loading ...
Whitepaper

ZDNet für mobile Geräte
ZDNet-App für Android herunterladen Lesen Sie ZDNet-Artikel in Google Currents ZDNet-App für iOS

Artikel empfehlen:

Neueste Kommentare 

1 Kommentar zu Geschichte der Computerviren: Eine Plage wird 20 Jahre alt

Kommentar hinzufügen
  • Am 2. Januar 2004 um 18:16 von Dominik Nau

    Viren… irgendwie gut, das es sie gibt!
    Ich möchte als erstes sagen, das ich computerviren ganz bestimmt nicht fördern würden, aber irgendwie können wir den Freaks dankbar sein, die sowas prgrammieren! Ohne diese, hätten wir bestimmt nicht das Sicherheitslevel, was wir jetzt haben! Und sie zeigen uns doch immer wieder, das der Gläserne Mensch exestiert….

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *