China lässt Internet-Dissidentin frei

Edelstahl-Maus nicht mehr hinter Gittern

Chinas Regierung hat nach Angaben von Menschenrechtsgruppen die unter ihrem Internet- Namen „Stainless Steel Mouse“ (Edelstahl-Maus) bekannt gewordene Dissidentin Liu Di freigelassen. Das Informationszentrum für Menschenrechte und Demokratie teilte am Sonntag mit, die 23-jährige ehemaligen Psychologie-Studentin habe am Freitag das Qincheng-Gefängnis verlassen. Sie war seit November 2002 ohne formelle Anklage in Haft gehalten worden, nachdem sie eine Satire über Chinas kommunistische Partei geschrieben und in Internet-Foren die Freilassung von anderen Dissidenten verlangt hatte. Tausende Menschen hatten in Online-Petitionen ihrerseits Freiheit für Liu gefordert.

Am Montag wird Bundeskanzler Gerhard Schröder in Peking erwartet. Bei den Gesprächen mit chinesischen Regierungsvertretern soll neben Wirtschaftsthemen auch die Frage der Menschenrechte angesprochen werden. Chinas Ministerpräsident Wen Jiabao reist zudem in einigen Tagen in die USA. China lässt oft Dissidenten vor Besuchen ausländischer Staatsgäste oder Auslandsreisen hochrangiger chinesischer Politiker frei.

Mit Hilfe einer speziellen Internet-Polizei und dem Blockieren von einigen ausländischen Nachrichten-Websites versucht die chinesische Regierung den Online-Zugang ihrer Bürger zu kontrollieren.

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