Hacker knackt Apples Kopierschutz für iTunes

"DVD Jon" schaltet per Software Bezahl-Modus aus

Ein Hacker aus Norwegen hat laut einem Medienbericht den Kopierschutz für den Online-Musikshop „iTunes“ des US-Computerkonzerns Apple geknackt, wo Internetsurfer normalerweise für 99 US-Cent pro Song Musikstücke herunterladen können. Wie die norwegische Online-Zeitung „IT-avisen“ berichtete, hatte der Hacker Jon Lech Johansen mit dem Spitznamen „DVD Jon“ auf einer Internetseite ein selbst geschriebenes Programm namens „QTFairUse“ installiert, mit dem Nutzer den Kopierschutz von Apple umgehen und kostenlos Musikstücke von der „iTunes“-Seite herunterladen können.

Der Spitzname ist ein Hinweis auf einen ähnlich spektakulären Erfolg des Norwegers: Bereits im Alter von 15 Jahren hatte Johansen auch den Kopierschutz von DVDs mit Hollywoodfilmen geknackt und damit die mächtige US-Filmindustrie gegen sich aufgebracht.

Bereits in wenigen Wochen wird der Hacker vor einem Berufungsgericht in Oslo dem US-Branchenverband Movie Pictures Association of America (MPAA) gegenüberstehen, der ihm vorwirft, mit seinem DVD-Entschlüsselungsprogramm DeCSS die Verbreitung von Raubkopien zu fördern.

Johansen hatte sich im ersten Verfahren mit dem Argument verteidigt, er habe einen DVD-Spieler für das Betriebssystem Linux entwickeln wollen und sei nicht dafür verantwortlich, wenn sein Programm für Raupkopien missbraucht werde. Ein Bezirksgericht hatte ihn im Januar freigesprochen, doch der Ankläger legte gegen das Urteil Berufung ein.

Themenseiten: Personal Tech, Telekommunikation

Fanden Sie diesen Artikel nützlich?
Content Loading ...
Whitepaper

ZDNet für mobile Geräte
ZDNet-App für Android herunterladen Lesen Sie ZDNet-Artikel in Google Currents ZDNet-App für iOS

Artikel empfehlen:

Neueste Kommentare 

6 Kommentare zu Hacker knackt Apples Kopierschutz für iTunes

Kommentar hinzufügen
  • Am 26. November 2003 um 7:28 von MasterMind

    Hacker knackt Kopierschutz – Verkehrte Welt
    Solche Leute zu verfolgen und bestrafen zu wollen ist genau der verkehrte Weg. Man sollte sie eher auf seine Seite ziehen und Ihre Fähigkeiten nutzen. Jemand der mit 15 Jahren seinen ersten Erfolg mit dem Knacken des DVD Kopierschutzes gefeiert hat, verdient keine Bestrafung sondern Respekt.

  • Am 26. November 2003 um 8:54 von Gerald Balzer

    Aussage ist so falsch
    Die Aussage man könne mit Hilfe des Programms kostenlos Songs aus dem iTunes-Store laden ist falsch. Das Programm ist in der Lage den Kopierschutz eines vorher legal erworbenen Stückes zu entfernen. Von einem kostenlosen Download kann keine Rede sein.

  • Am 26. November 2003 um 9:00 von O.J.

    Man sollte DVD Jon unterstützen
    Meiner Meinung nach sollte man Spenden sammeln für DVD-Jon, damit er sich gute Anwälte leisten kann. Dann wäre auch sichergestellt, dass man weiterhin kostenlos alle Medien aus dem Internet herunterladen kann. ;-)

    • Am 26. November 2003 um 19:31 von Carsten Hirt

      AW: Man sollte DVD Jon unterstützen
      Alles gut und schön, aber wer produziert in Zukunft die Musik oder dreht Filme, wenn er kein Geld mehr dafür bekommt und alles kostenlos im Internet zu haben ist? Ich denke es ist OK für Medien zu bezahlen.
      Allerdings denke ich DVD Jon sollten Sie einstellen statt kaltstellen.

  • Am 26. November 2003 um 19:49 von Jochen Eick

    Bezahlen???
    Solange die cd`s oder dvd noch so teuer sind wie noch nie,wird es immer so bleiben,trotz sogenannten Kopier schutz,wo einige Audio-cd gar noch Audio-Dvd Payer allergisch reagieren.Pro Stück 99.cent?? ich downloade doch nich bei den Preise bei Quälitätsminderung,Kundenverarschung pur!!!.Gott sei dank sind kunden nicht immer so blöd,oder sie haben zu viel Geld dafür. probie bevor ich kaufe war immer meine Devise,dabei bleib ich auch. Oder sollte ich mich etwa erpressen lassen Friß und stirb,das ist bei mir out. Denn der Markt ist leider übervoll.

  • Am 26. November 2003 um 20:42 von fegoe

    Freie Marktwirtschaft
    Das Vorgehen ist zu hart, in der Tat.
    Andererseits die hohen Preise anzuprangern und Selbstjustiz zu betreiben, ist ein Pseudoargument. Entweder ich bezahle oder ich nutze das Angebot nicht. Aus die Maus. Eine Diskussion über ungerechtfertigte Preise ist m.E. fehl am Platze.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *