Vodafone demonstriert GSM-BOS für Polizei und Feuerwehr

Öffentliches Mobilfunknetz soll für Digitalfunk von Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben genutzt werden

Auf höchstens 2,3 Milliarden Euro verteilt auf 10 Jahre veranschlagt Peter Schmitz, Projektleiter GSM-BOS bei Vodafone, die Kosten für den Aufbau und Betrieb eines digitalen Funknetzes für Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben in Deutschland. Damit liegt Vodafone im Wettstreit um den Auftrag zur Errichtung des digitalen BOS-Netzes gemessen an den bisher veranschlagten Kosten vor den Konkurrenten aus den TETRA- und Tetrapol-Fraktionen. „Mitnutzung eines Netzes, wie wir es mit GSM-BOS vorhaben, ist immer wirtschaftlicher als der Aufbau eines eigenen Netzes“, sieht Schmitz sein Unternehmen im Vorteil. Als Rückgrat im Vodafone-Konzept dient nämlich das öffentliche GSM-Mobilfunknetz des Netzbetreibers. Mit Software-Erweiterungen möchte Vodafone das D2-Netz aufpeppen, sodass es sämtliche Anforderungen erfüllt, die die Sicherheitsorgane stellen.

Dass das funktioniert, zeigt Vodafone derzeit anhand einer Testinstallation in Würzburg, in den etwa 100 Funkzellen des öffentlichen Mobilfunknetz einbezogen sind. Hier zeigen die Vodafone-Leute, dass das Konzept die BOS-Anforderungen wie Priorisierung von Teilnehmern, Gruppenkommunikation, Bildung dynamischer Rufgruppen, Anbindung der Leitstellen, stille Alarmierung sowie die Ende-zu-Ende-Verschlüsselung erfüllen kann.

Die „normalen“ Mobilfunkkunden müssen nicht fürchten, dass sie im Fall einer Katastrophe oder eines Notfalls in ihrer Region ohne Funkverbindung dastehen, weil Polizei, Feuerwehr und Rettungsdienste die Kanäle des GMS-Netzes aufgrund ihrer Bevorzugung blockieren. „Unser Netz kann auch eine vorübergehende hohe Last bewältigen, zumal wir in der Lage sind, die Kapazität temporär schnell zu erweitern“, erklärt Harald Holzer, Projektleiter Technik GMS-BOS bei Vodafone. „Egal wie groß eine Gruppe ist – alle Teilnehmer kommunizieren auf derselben Frequenz und belegen also nur einen Kanal.“

„Wir müssen kein Netz aufbauen und benötigen deshalb nur eine geringe Vorlaufzeit“, sagt Peter Schmitz. 22 Monate veranschlagt der Projektleiter GSM-BOS und gibt sich sicher, dass diese Zeit großzügig bemessen ist. „Der Starttermin 2006 ist möglich, wenn die Entscheidung bald fällt.“ Den Gefallen werden die Politiker ihm aber kaum machen. Sie streiten sich noch immer um die Finanzierung. Und selbst wenn die Ausschreibung eines Tages läuft, dürfte immer noch einige Zeit ins Land gehen, bis der Zuschlag erteilt wird. Egal wer ihn bekommen wird: Die Zeit bis zum Wunschtermin Fußball-WM 2006 wird kaum reichen, um ein flächendeckendes digitales Funknetz für Behörden und Organisation mit Sicherheitsaufgaben aufzubauen.

Themenseiten: Telekommunikation, Vodafone

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1 Kommentar zu Vodafone demonstriert GSM-BOS für Polizei und Feuerwehr

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  • Am 17. November 2003 um 8:15 von TD

    Priorisierung und die Folgen
    >>Zitat:
    Die "normalen" Mobilfunkkunden müssen nicht fürchten, dass sie im Fall einer Katastrophe oder eines Notfalls in ihrer Region ohne Funkverbindung dastehen, weil Polizei, Feuerwehr und Rettungsdienste die Kanäle des GMS-Netzes aufgrund ihrer Bevorzugung blockieren.
    <<
    Das hat man im August vergangen Jahres, insbesondere in Sachsen, ganz deutlich gemerkt. ! Dass das so nicht funktioniert ! wohlgemerkt. Also Verarsche?

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