Modelle contra Java-Coding: Die neuen Tools können alles besser

Es hat sich herumgesprochen, dass das Programmieren von Java-Applikationen eine diffizile Aufgabe ist. Doch im Tools-Markt hat sich einiges getan, was die Entwicklung und Pflege vereinfachen könnte.

Das Marktforschungsunternehmen Gartner geht davon aus, dass rund 70 Prozent aller Projekte aufgrund mangelhaften Könnens fehlschlagen. Tatsächlich seien nur 800.000 Entwickler fit genug im Umgang mit Enterprise Java Beans (EJBs) und J2EE (Java Enterprise Edition, Version 2).

Deshalb dürfte sich so mancher DV-Leiter die Produktivität und auch die Sicherheit von so genannten 4GL-Tools herbeiwünschen, Programmierumgebungen der vierten Generation herbei, mit denen sich jede Menge Code generieren lässt. Das Dilemma der 4GLs: Sie sind proprietär und deshalb läuft ihre Lebensdauer nun ab – oder sie sind bereits Geschichte. Die Compuware Corp., mit Sitz in Detroit, Michigan, gehört zu den Herstellern von Software-Entwicklungs-Tools, die diese Zwickmühle schließen wollen, und zwar unter anderem mit Hilfe der Model Driven Architecture (MDA), die von der Object Management Group (OMG) standardisiert wird.

Die Modellierung sieht zunächst recht abstrakte, durch Geschäftsvorfälle definierte und plattformunabhängige Konstrukte vor. Aus diesen lassen sich plattformabhängige Applikationsmodelle ableiten, mit denen schließlich ein Großteil des Codes generiert werden kann. Um vom ersten Modell zum zweiten zu gelangen, stellt das Compuware-Tool „Optimal J“ so genannte „Technology Patterns“ zur Verfügung. Mit „Coding Patterns“ erzeugen Entwickler die Applikationen. Optimal-J-Chefarchitekt Wim Bast betont, dass zwar auf diese Weise die Komplexität der Applikationsentwicklung transparent werde, doch alle Schritte durch Regeln dokumentiert seien, so dass sie von jeden Entwickler nachvollzogen werden können.

Ein Produktivitätsgewinn ergibt sich seinen Ausführungen zufolge mehrfach. Durch die Trennung der Geschäftslogik von jeglicher Plattform-Expertise können die jeweiligen Komponenten sich mehrfach in unterschiedlichen Zusammenhängen verwenden lassen. Es erübrigt sich, immer wieder von vorne anzufangen. Änderungen in der Technik lassen sich schnell implementieren, aber auch Anpassungen an neue Geschäftsabläufe sind rasch in Technik umzusetzen.

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1 Kommentar zu Modelle contra Java-Coding: Die neuen Tools können alles besser

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  • Am 17. November 2003 um 9:49 von Matthias Euhus

    Tools
    Sehr interessant dieser Artikel! Ich denke auch, daß die SW-Entwicklung mittel- / langfristig in diese Richtung gehen wird.

    Man sollte sich aber nicht nur auf mächtige Tools verlassen – das kann auch zu Chaos führen. Am wichtigsten für Programmierer/Entwickler ist, daß sie akzeptieren/lernen müssen, in Software-Projekten nicht nur die Technik zu sehen, sondern sich aktiv in die Kundensichtweise hineinzuversetzen, um wirklich zu verstehen, was die Kunden brauchen.

    DAS nimmt einem ein Tool NICHT ab!

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