Microsoft setzt Kopfgelder auf Virenschreiber aus

Enge Zusammenarbeit mit FBI und Interpol

Microsoft will in einer gemeinsamen Pressekonferenz mit FBI und Interpol bekannt geben, dass für Hinweise, die zur Ergreifung der Autoren von Sobig und Blaster führen, eine Belohnung von 250.000 Dollar winkt.

Dies ist das erste Mal, dass ein Unternehmen seine Anstrengen in diese Richtung lenkt. „Es ist ein neuer Ansatz“, so Chris Wysopal von At Stake. Über den Erfolg der Aktion äußert er sich allerdings skeptisch. Microsoft lehnte bislang jeglichen Kommentar ab.

Neben einem vereinfachten Patch-Management, proaktiven Sicherheitstechnologien, die auch wirken wenn entsprechende Patches nicht installiert sind und weiteren Code-Reviews, die durch das Unternehmen selbst oder von Sicherheitsfirmen durchgeführt werden, ist dieser Ansatz eine weitere Säule in der Trustworthy Computing Initiative von Microsoft.

Für die Redmonder besteht in diesem Bereich dringender Handlungsbedarf. Microsoft-CEO Steve Ballmer sagte kürzlich auf einer von Gartner veranstalteten Konferenz, dem Thema Sicherheit werde im Unternehmen höchste Priorität eingeräumt. Nicht zuletzt die letzten Quartalszahlen zeigten einige Spuren von den andauernden Sicherheitsproblemen wichtiger Microsoft-Produkte. Kunden hatten geplante Investitionen aus Unsicherheit auf Eis gelegt.

Sicherheits-Experten bewerten die Erfolgsaussichten der neuen Aktion allerdings unterschiedlich. „Ich glaube es ist keine schlechte Antwort auf die zunehmenden kriminellen Aktivitäten“, so Peter Lindstrom von Spire Security. „Es könnte mehr Leute dazu bewegen, ihre Logs gründlicher auszuwerten.“

Ein anderer Experte aus diesem Bereich, der anonym bleiben wollte, sagte allerdings, dass dieses Vorgehen das grundsätzliche Problem nicht löst. Würmer wie MSBlast und Sobig könnten nach wie vor „einfach so“ geschrieben werden und einen großen Schaden anrichten.

Fanden Sie diesen Artikel nützlich?
Content Loading ...
Whitepaper

ZDNet für mobile Geräte
ZDNet-App für Android herunterladen Lesen Sie ZDNet-Artikel in Google Currents ZDNet-App für iOS

Artikel empfehlen:

Neueste Kommentare 

2 Kommentare zu Microsoft setzt Kopfgelder auf Virenschreiber aus

Kommentar hinzufügen
  • Am 6. November 2003 um 1:00 von expocityvoice

    Kaum zu glauben !
    Ich kann diesen vollmundigen Ankündigen kaum glauben. Schließlich lebt eine ganze Industrie mit milliardenschweren Umsätzen vom Verkauf von Sicherheitstechnologie.
    Es werden doch immer nur die Vertreiber von Varianten bereits bekannter Viren und Würmer ergriffen. –
    Die Urheber der Basics wurden niemals ermittelt.
    Lassen Sie mich einmal spekulieren!
    Der Bankier Rothschild hatte einst tausende von Öllampen an die Chinesen verschenkt; aber damit diese leuchteten,
    mussten die Chinesen das Öl dafür bei Rothschild kaufen. Rothschild war der erste, der eine Nachfrage künstlich erzeugte.

    Der geneigte Leser mag sich nun seine eigenen Gedanken machen!

    • Am 6. November 2003 um 12:33 von Pepe

      AW: Kaum zu glauben !
      danke spricht mir wirklich aus dem herzen, dieses statement

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *