Experten skeptisch zu Googles Auktion-IPO

Wertpapierschützer kritisieren Vorhaben, per Versteigerung an die Börse zu gehen

Die Idee klingt einfach und verlockend: Statt Konsortialbanken mit einem Börsengang zu betrauen, werden die Aktien direkt über ein Online-Versteigerung verkauft. Nach einem Bericht der „Financial Times Deutschland“ vom Freitag plant die Internetsuchmachschine Google, mit einer solchen Auktion an die Börse zu gehen. Doch Experten stehen diesem Verfahren skeptisch gegenüber, weil sie vor allem unrealistische Preise befürchten.

Für die Deutsche Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW) ist eine Versteigerung im Internet keine Alternative: „Es klingt sehr demokratisch, aber wir lehnen es ab“, sagt DSW-Sprecher Jürgen Kurz. Bei der Erstnotierung gehe es darum, möglichst den „wahren Wert“ eines Unternehmens zu finden. Dies gelingt nach seiner Ansicht besser durch das herkömmliche Verfahren, bei dem Banken eine Preisspanne festlegen.

Bei einer Auktion fürchtet Kurz dagegen unrealistisch hohe Preise: Dann könne schon in der Erstnotierung die ganze Phantasie für den weiteren Kursverlauf stecken. Ein Auktionsverfahren bedeute, „die Gier der Leute auszunutzen“, glaubt der Aktionärsschützer. Kurz sieht in einer Onlineversteigerung höchstens für das Unternehmen Vorteile, da der Börsengang billiger werde. Den Privatanlegern nützt dies aus seiner Sicht aber nicht, da sie immer noch eine Bank für ihr Aktiendepot bräuchten. Google argumentiert laut „FTD“ dagegen, dass das Verfahren eine breite Streuung der Aktien sichere.

Alle Investoren könnten die Anteilsscheine direkt kaufen. Der Börsenexperte Wolfgang Gerke lehnt eine Online-Auktion bei einem Börsengang nicht grundsätzlich ab, mahnt aber zur Beachtung des Regelwerks: Das Allerwichtigste sei, dass keine aufsichtsrechtlichen Vorschriften vernachlässigt würden, sagt der Professor für Banken- und Börsenwesen an der Universität Nürnberg-Erlangen. Er mahnt potenzielle Anleger zudem, dass sie nicht zuerst auf möglicherweise geringere Transaktionskosten, sondern auf den Preis der Aktie achten sollten.

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4 Kommentare zu Experten skeptisch zu Googles Auktion-IPO

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  • Am 26. Oktober 2003 um 21:14 von Hans-Jacob Heitz, Präsident SVSA

    Google Ipo Pläne
    Die Idee der einfachen Streuung der Aktien mittels Internet-Auktion scheint auf den ersten Blick bestechend, auf den zweiten allerdings erkennt man, dass diese Idee nicht ausgegoren ist. Einerseits ist die Motivation dazu un- klar: geht es um ein besonders faires Angebot einer attraktiven Aktie gegenüber Privat-/ Kleinanleger oder
    aber beabsichtigen die beiden Google etwa den raschen Reichtum für sich selbst? Die Börsenblase der New Economy ratet hier zu Vorsicht. Es wäre wünschenswert, wenn die einschlägigen Aufsichtsorgane wie Börsenaufsichten sich zu diesem Projekt rasch äussern und minimale Regeln zur Sicherheit der Anleger schaffen würden. So oder so, dieses Angebot ist hoch spekulativ.
    Hans-Jacob Heitz
    Schutzvereinigng Schweizer Anleger SVSA
    info@svsa.ch http://www.svsa.ch

  • Am 26. Oktober 2003 um 21:14 von Hans-Jacob Heitz, Präsident SVSA

    Google Ipo Pläne
    Die Idee der einfachen Streuung der Aktien mittels Internet-Auktion scheint auf den ersten Blick bestechend, auf den zweiten allerdings erkennt man, dass diese Idee nicht ausgegoren ist. Einerseits ist die Motivation dazu un- klar: geht es um ein besonders faires Angebot einer attraktiven Aktie gegenüber Privat-/ Kleinanleger oder
    aber beabsichtigen die beiden Google etwa den raschen Reichtum für sich selbst? Die Börsenblase der New Economy ratet hier zu Vorsicht. Es wäre wünschenswert, wenn die einschlägigen Aufsichtsorgane wie Börsenaufsichten sich zu diesem Projekt rasch äussern und minimale Regeln zur Sicherheit der Anleger schaffen würden. So oder so, dieses Angebot ist hoch spekulativ.
    Hans-Jacob Heitz
    Schutzvereinigng Schweizer Anleger SVSA
    info@svsa.ch http://www.svsa.ch

  • Am 26. Oktober 2003 um 21:14 von Hans-Jacob Heitz, Präsident SVSA

    Google Ipo Pläne
    Die Idee der einfachen Streuung der Aktien mittels Internet-Auktion scheint auf den ersten Blick bestechend, auf den zweiten allerdings erkennt man, dass diese Idee nicht ausgegoren ist. Einerseits ist die Motivation dazu un- klar: geht es um ein besonders faires Angebot einer attraktiven Aktie gegenüber Privat-/ Kleinanleger oder
    aber beabsichtigen die beiden Google etwa den raschen Reichtum für sich selbst? Die Börsenblase der New Economy ratet hier zu Vorsicht. Es wäre wünschenswert, wenn die einschlägigen Aufsichtsorgane wie Börsenaufsichten sich zu diesem Projekt rasch äussern und minimale Regeln zur Sicherheit der Anleger schaffen würden. So oder so, dieses Angebot ist hoch spekulativ.
    Hans-Jacob Heitz
    Schutzvereinigng Schweizer Anleger SVSA
    info@svsa.ch http://www.svsa.ch

  • Am 26. Oktober 2003 um 21:17 von Hans-Jacob Heitz, Präsident SVSA

    Google Ipo Pläne
    Die Idee der einfachen Streuung der Aktien mittels Internet-Auktion scheint auf den ersten Blick bestechend, auf den zweiten allerdings erkennt man, dass diese Idee nicht ausgegoren ist. Einerseits ist die Motivation dazu un- klar: geht es um ein besonders faires Angebot einer attraktiven Aktie gegenüber Privat-/ Kleinanleger oder
    aber beabsichtigen die beiden Google etwa den raschen Reichtum für sich selbst? Die geplatzte Börsenblase der New Economy ratet hier zu Vorsicht. Es wäre wünschenswert, wenn die einschlägigen Aufsichtsorgane wie Börsenaufsichten sich zu diesem Projekt rasch äussern und minimale Regeln zur Sicherheit der Anleger schaffen würden. So oder so, dieses Angebot ist hoch spekulativ.
    Hans-Jacob Heitz
    Schutzvereinigng Schweizer Anleger SVSA
    info@svsa.ch http://www.svsa.ch

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