Oscar-Jury wehrt sich gegen Raubkopier-Ängste

Gremium will weiter DVDs vorab erhalten

Einige der bekanntesten Schauspieler und Regisseure Hollywoods haben die großen Filmstudios öffentlich aufgefordert, der Oscar-Jury auch in Zukunft Kopien neuer Filme auf DVD und Video-Kassetten zu geben. Angeführt von Alt-Regisseur Robert Altmann wandten sich mehr als 130 Filmemacher in ganzseitigen Anzeigen an den Studioverband Motion Picture Association of America (MPAA), deren Mitglieder aus Sorge vor Raubkopien den Boykott gegen die Oscar-Jury verhängt hatten. „Es hieß, die Filmindustrie sei moralisch verpflichtet, diesen Boykott (der Jury) mitzutragen“, hieß es in der Anzeige. „Wir als Filmemacher fühlen uns moralische verpflichtet, dagegen zu sein.“

Die sieben größten Hollywood-Studios und der nicht zur MPAA gehörende Trickfilm-Hersteller DreamWorks hatten in der vergangenen Woche entschieden, dem Oscar-Gremium künftig keine fernsehtauglichen Filmkopien – so genannte „Screener“ – mehr zu schicken. Sie wollen damit verhindern, dass an die Mitglieder versandte Filme kopiert und dann illegal auf Schwarzmärkten in Asien oder zum Herunterladen im Internet angeboten werden.

Filmgrößen wie Robert Redford, Jodie Foster, Francis Ford Coppola oder Sydney Pollack sehen in der Haltung der MPAA vor allem eine Behinderung kleinerer, unabhängiger Produktionsfirmen. Da deren Filme in sehr viel weniger Kinos als die der großen Konkurrenten liefen, würden diese ohne den Versand von Screenern künftig von sehr viel weniger Mitgliedern der Oscar-Jury gesehen. Betroffen seien Produktionen wie „Monster’s Ball “ oder „Crouching Tiger, Hidden Dragon“, die sich in den zurückliegenden Jahren bei der Oscar-Nominierung einer erhöhten Aufmerksamkeit erfreuten.

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