Größer bedeutet angeblich heller, zumindest was Projektoren anbelangt. Allerdings widerlegt der Boxlight SP-45m SVGA-Projektor diese Maxime. Dieser LCD-Projektor bringt stattliche 2,7 kg auf die Waage, liefert aber einen der niedrigsten Helligkeitswerte unter den Projektoren in seiner Klasse. Das Setup ist durch das komplizierte Bedienungsfeld und den versenkten Scharfeinstellring unnötig schwierig. Der SP-45m bietet für seinen Preis von weniger als 1285 Euro eine attraktive Vielfalt von Funktionen und Fähigkeiten und erhält für seine hervorragenden Kundendienstleistungen zusätzliche Punkte. Bedauerlicherweise sind seine Konkurrenten leichter, heller und besser konzipiert.

Design

Der tiefschwarze Boxlight SP-45m ist einer der wuchtigeren Projektoren in diesem Test: Er misst 25,9 x 30,2 x 9,4 cm (BxTxH) und wiegt 2,6 kg. Sind die Kabel, die Fernbedienung und der Projektor in die mitgelieferte Segeltuchtasche gepackt, beträgt das Gesamtreisegewicht 3 kg.

Umständlich ist auch die Einstellung des Geräts selbst. Mit dem herausnehmbaren Vorderfuß kann der Projektor um ca. 5 cm erhöht werden. Die Balance kann mit dem Schraubfuß an der Rückseite eingestellt werden. Die Fokussierung stellt jedoch eine schwierige Aufgabe dar, da sich der versenkte Scharfeinstellring des SP-45m nur schwer greifen lässt.

BenQ DLP Micro SL705S
Der Boxlight SP-45m ist zwar portabel aber dennoch relativ groß und sperrig.
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Der versenkte Scharfeinstellring des SP-45m ist schwer zu greifen.

Statt der herkömmlichen x-förmigen Anordnung der Knöpfe auf dem Bedienfeld des Projektors finden sich bei dem SP-45m 13 Knöpfe, die weder nach einem erkennbaren Muster organisiert noch beleuchtet sind. Mit dem Bildeinstellungsknopf werden Trapez-Korrekturen, Kontrast, Helligkeit und Bildseitenformat eingestellt, außerdem kann aus Voreinstellungen wie Film, Präsentation und Foto gewählt werden. Weiterhin sind Einstellungen für Farbtemperatur und Phasengleichlauf sowie horizontale und vertikale Bildpositionierung möglich. Bedauerlicherweise sind die Einstellungsmöglichkeiten für Farbe, Farbtöne und Schärfe ausgeblendet (der SP-45m benutzt die gleiche Menüstruktur und den gleichen Menüaufbau wie die teureren Projektoren, die diese Funktionen anbieten).

Am SP-45m findet sich jede Menge Platz für Schnittstellen. Die meisten sind an der Rückseite des Projektors zu finden, in einem kompakten, farblich gekennzeichneten und praktischen Anschlussbereich.

Ausstattung

Mit dem SP-45m erhält man Anschlüsse für VGA, Composite A/V (mit einem Ministecker-Adapter für Audio), S-Video, USB und PS/2 sowie ein Audio-Adapterkabel. Auch Stromkabel für die USA und Europa werden mitgeliefert. Der SP-45m hat zudem einen VGA-Funktionsanschluss, wodurch ein zweiter Projektor oder Bildschirm angeschlossen werden kann. Die USB- und PS/2- Ausgänge des Projektors können den Pointer eines Notebooks steuern; die Kabel hierfür liegen jedoch nicht dem Projektor bei. Über zwei Fenster auf der Vorder- bzw. Rückseite des Projektors kann dieser aus allen Winkeln mit dem IR-Fenster der Fernbedienung in Kontakt bleiben.

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Die 13 Knöpfe des Boxlight sind sehr willkürlich platziert.
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Jede Menge Anschlüsse.

Der Boxlight SP-45m kann VGA- bis SXGA-Auflösungen verarbeiten, zeigt jedoch die besten Ergebnisse bei seiner nativen Auflösung von 800 x 600 Pixeln (SVGA). Er hat ein 1,2-faches optisches Zoomobjektiv für die Bildeinstellung sowie einen digitalen Zoom zur genaueren Erkennung von Details. Die größte erkennbare Projektionsfläche des SP-45m misst nur 5,2 m (diagonal) und ist somit die kleinste unter allen getesteten Projektoren. Er kann ein Bild mit einer Diagonale von einem Meter aus einer vernünftigen Distanz von knapp über zwei Metern projizieren; der Durchschnitt in seiner Klasse beträgt etwas weniger als zwei Meter.

Der Fernbedienung fehlt zwar ein Laserpointer, ist ansonsten jedoch ausreichend. Sie spiegelt das Bedienungsfeld des Projektors wider, hinzu kommen außerdem ein Zeigestift und Maustasten. Sie kann auch den Bildschirm ausblenden und Spezialeffekte wie z. B. Bild-in-Bild auslösen. Die Knöpfe sind hinterleuchtet und mit einem seitlichen Schalter kann die Beleuchtung an- bzw. ausgeschaltet werden.

Die Lampe des SP-45m hat eine geschätzte Lebensdauer von 2.000 Stunden, doch leuchtet sich das Lampen-Warnlicht bereits nach 1.980 Stunden tatsächlichen Gebrauchs. Der Wechsel des Lampenmoduls dauert ein paar Minuten, wobei ein Schraubendreher benötigt wird. Ersatzlampen werden zu einem relativ günstigen Preis von ca. 300 Euro angeboten.

Leistung

Die im Test gezeigte Leistung des Boxlight SP-45m war enttäuschend. Die gemessene Lichtstärke von 664 ANSI-Lumen hinkt den angegebenen 1.000 ANSI-Lumen weit hinterher. Und der Kontrast beträgt mit 212:1 nur etwas mehr als die Hälfte der angegebenen 400:1. Die 79-prozentige Gleichmäßigkeit befindet sich am unteren Ende der geprüften LCD-Projektoren.

Das Farbdiagramm des Boxlight SP-45m verdeutlicht die Farbqualität (rote Markierung) des Projektors im Vergleich zu der eines typischen Desktopmonitors (weiße Markierung).
Die Bilddarstellungsqualität des SP-45m war ausreichend. So zeigte er 247 der 255 standardmäßigen Grauwerte ohne störendes Flimmern an, in einem der Testbilder trat jedoch ein Zwischenzeilenflimmern auf. Mit einer Farbtemperatur von 6.367° Kelvin ist sein Licht eines der wärmsten unter den sechs Kandidaten. In unseren Farbtests waren die Grüntöne etwas ins Gelb verschoben, während Rottöne leicht orangefarben angehaucht waren.

Dieser Projektor ist aus mehreren Gründen nicht für Heimkinos geeignet. Durch einen kleinen Hotspot in der Mitte des Bildes sehen Videos etwas merkwürdig aus. Der SP-45M zeigte DVD-Sequenzen störungsfrei und mit ausgezeichneter Ton-Synchronisation an, doch wiesen die Bilder einen Grünstich auf. Das deutliche Gitternetz im Hintergrund – eine häufige Beschwerde bei LCD-Projektoren – kann beim Ansehen von Filmen stören. Zudem tritt eine Menge Licht aus der Rückseite des Gehäuses aus.

Immerhin war der SP-45m einer der leisesten (37,9 Dezibel) und kühlsten (64 °C) Projektoren in seiner Klasse. Auch kommt er schnell aus den Startlöchern und benötigt nur 34 Sekunden zum Hochfahren; zum Abschalten benötigt er dagegen relativ lang, 1 Minute und 26 Sekunden.

Service und Support

Der SP-45m wird mit einer zweijährigen Garantie auf Teile und Reparaturen geliefert, was für einen Projektor seiner Klasse im mittleren Bereich angesiedelt ist. Für die Birne gilt eine Garantie von 120 Tagen bzw. 500 Stunden.

Die Boxlight Website bietet mobilen Presentern reichhaltige Unterstützung, darunter Einkaufsratgeber, Tipps und Tricks und ein überaus hilfreiches Glossar. Auch können PowerPoint-Hintergründe und -Themen kostenlos heruntergeladen werden, und das Unternehmen bietet gegen Gebühr Hilfe für Präsentationen. Die Webseite beinhaltet auch eine herunterladbare Version des dürftigen 33-seitigen Handbuchs, allgemeine FAQs und Problembehandlung für bestimmte Modelle.

Boxlight bietet gebührenfreien Support per Telefon und E-Mail rund um die Uhr. Der im Rahmen dieses Tests getätigte Anruf wurde nach ungefähr fünf Minuten in der Warteschleife hilfreich bearbeitet. Und sollte man ohne funktionierenden Projektor festsitzen, kann das Unternehmen bei der Suche nach einem Ersatzgerät helfen – ein Service, den keiner der anderen großen Konkurrenten bietet.

Neueste Kommentare 

1 Kommentar zu Boxlight SP-45m

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  • Am 25. Februar 2004 um 15:04 von thorsten

    Ersatzteile
    Ich habe den Boxlight Beamer XD-10m. Das Gerät hatte damals vor 1.7 Jahren 6500 SFR gekostet. Zum Dritten mal nun ist der Light Strom Prozessor defekt. Nie wurde dies als Garantie angesehen. die Schweizer Resseller wollten 880 SFR für das Produkt. Das teil kostst in den USA aber nur 59 Dollar. Bitte kauft nie eines dieser Geräte von dieser super schlechten Firma. Ich habe nun ein Beamer keine 2 Jahre alt und kome nicht an das Ersatzteil ran nur mit Abzocke wäre es möglich.

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