France Télécom macht 2,5 Milliarden Euro Gewinn

Übernahmeangebot an freie Aktionäre der Tochter Orange

Der Telefonkonzern France Télecom hat rosige Halbjahres-Ergebnisse vorgelegt und will nun seine Mobiltochter Orange wieder vollständig übernehmen. Mit einem Nettogewinn von 2,5 Milliarden Euro im ersten Halbjahr und dank einer staatlich abgesicherten Kapitalerhöhung konnte France Télécom die Schulden von 68 Milliarden auf 49,3 Milliarden Euro drosseln.

Die florierende Mobiltochter Orange will France-Télécom-Chef Thierry Breton umgehend wieder voll in den Griff bekommen: Dafür werden die vor zwei Jahren veräußerten 13,7 Prozent der Anteile gegen France-Télécom-Aktien rückgetauscht – mit geringem Gewinn für die Orange-Kleinaktionäre. France Télécom und Orange haben inzwischen mehr Mobil- als Festnetzkunden: 51,9 Millionen Kunden nutzen das Orange-Netz, 49,7 Millionen das France-Télécom-Festnetz. Dabei wirft Orange zunehmend größere Gewinne ab, so dass France Télécom an einer Rückübernahme der 2001 vermarkteten Anteile interessiert ist.

Für 25 Orange-Aktien sollen die Aktionäre elf France-Télécom-Anteilsscheine erhalten. Damit bietet der Mutterkonzern zwar 21,3 Prozent mehr als der Durchschnittskurs der vergangenen drei Monate. Analysten wiesen aber darauf hin, dass gegenüber dem Ausgabekurs von 9,50 Euro für den Aktionär nur ein kleiner Zugewinn zu erwarten ist. Direkt nach Bekanntgabe des Angebots sprang die Orange-Notierung um rund 12,5 Prozent auf Werte knapp über 9,50 Euro. Für France Télécom ist die Rückübernahme der Orange-Anteile nicht nur wegen der guten Geschäftsaussichten der Tochter lukrativ. Daneben profitiert der Mutterkonzern auch von Steuer-Vergünstigungen.

Wirtschaftsminister Francis Mer begrüßte das Rückkaufsangebot. Der Staat als Mehrheitseigner von France Télécom hatte sich im April massiv an der Kapitalerhöhung von 15 Milliarden Euro beteiligt, der nun zum Abbau des Schuldenstandes beitrug. Der France-Télécom-Kurs brach trotz der positiven Halbjahreszahlen ein. Der Anteilsschein wurde am Nachmittag um neun Prozent niedriger bei 22 Euro gehandelt. Der französische Staat hält derzeit noch 58,8 Prozent an France Télécom. Mit der Rückübernahme von Orange bewegt sich France Télécom auf die Schwelle von 50 Prozent Staatsanteil zu. Gewerkschaftsvertreter äußerten die Ansicht, die weitere Privatisierung werde durch diese Operation im Wert von rund sieben Milliarden Euro vorbereitet.

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