SCO versus IBM: Das Opfer ist der Täter – und umgekehrt

Warum verklagt SCO den größten Computerkonzern der Welt? Warum verärgert der Unix-Spezialist die gesamte Linux-Gemeinde, kurz nachdem er sich entschlossen hat, für die United-Linux-Gemeinde um Suse einen weltweiten Vertrieb aufzubauen?

Auch vier Monate danach ist die Lage verwirrend. Ist SCO möglicherweise im Recht, und welche Folgen hat das für die IT-Branche und ihre Kunden?

Am wahrscheinlichsten ist noch, dass sich das glücklose SCO-Management ausgerechnet hat, dass es rentabler sein könnte, die IBM zu verklagen als weiter mit Software zu handeln. Das setzt allerdings voraus, dass die Rechtsanwälte davon ausgingen, Geschütze auffahren zu können, die die IBM nicht würde ignorieren können. Tatsächlich hat Big Blue jetzt reagiert und SCO wegen Verletzung der Open-Source-Regeln verklagt. Bei dieser Gegenklage ist es relativ unwichtig, ob die Vorwürfe der IBM gerechtfertigt sind oder nicht. Nachdem SCO angefangen hatte, von Linux-Anwenderunternehmen Lizenzgebühren zu verlangen, ging es darum, ein Zeichen zu setzen. Niemand, so das Signal, brauche Angst vor dem Zwerg SCO zu haben. Der Linux- und Open-Source-Markt ist für die IBM so wichtig, dass jeder Störenfried im Zweifelsfalle mit den ausdauernden Rechtsanwaltsarmeen des Konzerns niedergerungen wird. Die Nachricht scheint angekommen zu sein. Nach Informationen von Linux-Marktführer Red Hat haben sich zwar einige Projekte verzögert, abgesagt wurde jedoch keines.

Die Strategie von Big Blue stellt uns vor unbequeme Fragen: Warum wehrt sich die IBM auf eine Weise, die den Verdacht aufkommen lässt, hier sollen SCOs-Ansprüche, ob gerechtfertigt oder nicht, durch Machtmittel beiseite geschoben werden? Ist SCO möglicherweise im Recht, und welche Folgen hat das für die IT-Branche und ihre Kunden?

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1 Kommentar zu SCO versus IBM: Das Opfer ist der Täter – und umgekehrt

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  • Am 25. September 2003 um 15:54 von Frank Erbe

    analytisch schwach und einfach schlecht
    Herr Gfaller, tut sich mit diesem Kommentar keinen Gefallen, wenn er anstatt zu analysieren lediglich polemisiert. Hier das "Opfer" zum Täter zu machen, ist wahrlich gewagt. Noch dazu werden sämtliche Aussagen nur auf Verdachtsmomente gestützt. Diese Vorgehensweise ist unseriös und die Redaktion von zdnet.de sollte einmal ernsthaft über die Beiträge schauen.

    Nicht jeder Profilierungsüchtige sollte sich an wichtigen Themen vergreifen dürfen, inbesondere wenn er es offensichtlich nicht kann.

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