Start-ups erwägen Abwanderung ins Ausland

Der Standort Deutschland macht es Jungunternehmern in der Softwarebranche nicht leicht. ZDNet sprach mit dem Maytec-Geschäftsführer Thomas Mayer und zeigt, wie sich ein CRM-Spezialist dennoch durch die Krise manövriert.

Customer Relationship Management ist eine Managementphilosophie, die man zunächst in mittleren und großen Unternehmen angesiedelt wähnt. Ein kleines Unternehmen aus der Nähe von Rosenheim bietet dieses jedoch auch für Firmen mit nur wenigen Mitarbeitern an – und trotzt damit der Krise. ZDNet sprach mit dem Geschäftsführer von Maytec, Thomas Mayer, über die Herausforderungen des Marktes an Start-ups in Deutschland.

ZDNet: Die Krise ist allgegenwärtig. Dennoch gilt das Kundenbeziehungsmanagement nach wie vor als Wachstumsmarkt. Customer Relationship Management (CRM) hat sich, da sind sich die Analysten weitgehend einig, immer mehr als Vertriebsstrategie zur Vermeidung von Kundenabwanderung etabliert. Können Sie diesen Trend bestätigen?

Mayer: Unser Fokus liegt auf kleinen Betrieben, als Kunden führen wir vom Malerbetrieb, in dem die Ehefrau das Büro verwaltet, bis zu Agenturen und Unternehmensberatungen sowie Handelsvertretern alles Mögliche. Seit Februar können wir eindeutig einen Anstieg bei den Aufträgen ausmachen. Insoweit kann ich diese Prognosen bestätigen.

ZDNet: Haben Sie Tipps für andere Start-ups parat?

Mayer: Öffentliche Fördermittel für Software-Projekte sollten auf jeden Fall abgeklärt werden bevor die erste Zeile Code geschrieben wird. Das bayrische Förderprogramm „Software Campus“ beispielsweise fördert keine Projekte die bereits am laufen sind. Andere Förderprogramme für Softwareunternehmen sollten schon frühzeitig vor Gründung beantragt werden, da diese sehr lange dauern. Ein weiterer Tipp: Da die deutschen Fördermittel rar und schwer zu bekommen sind, ist es ratsam, sich die EU-Fördermittel anzusehen. Die haben noch Geld und sind, wenn man Partner in der EU nachweisen kann, spendabler. Nichts desto trotz: Die Maytec.net GmbH nimmt keinerlei Fördermittel oder öffentliche Darlehen in Anspruch. Wir finanzieren uns ausschließlich aus unserem operativen Geschäft.

ZDNet: Was waren die Hürden und Herausforderungen, denen Sie sich als Jungunternehmen gegenüber sahen?

Mayer: Ein typisches Problem von jungen Softwareunternehmen ist, dass sie anfangs keine Referenzen vorweisen können. Kein Kunde möchte gerne das Versuchskaninchen spielen. Es empfiehlt sich daher gerade am Anfang Unternehmen zu suchen, die die Software kostenlos oder als Beta-Tester verwenden. Daran kann man wachsen, gewinnt dabei Referenzen und vor allem Erfahrung.

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