Kühne und Nagel bringt Transpondertechnik auf Tour

Transpondertechnik hat das Potenzial, die Warenidentifikation zu revolutionieren, beschert aber auch neue Modelle für Lagerhaltung, Warenverfolgung und Sicherung. Das Logistic Ident Consortium gehört zu den Innovatoren, Kühne und Nagel zu den Förderern.

Die Ankündigung sorgt für Furore: Bis zum Jahresbeginn 2005 sollen die 100 wichtigsten Lieferanten der größten US- Handelskette Wal-Mart ihre Kartons und Paletten mit Funksendern, RFID-Etiketten (Radio-Frequency Identification), ausstatten. Denn damit verlässt der Handelsriese die erste Phase an Pilotprojekten. Wer an Wal-Mart verkaufen will, muss dem Kundenwunsch folgen.

„Alles Marketing-Gewäsch“, bewertet Helmut Bücherl solche Ankündigungen. Bücherl ist beim IT-Dienstleister Siemens Business Services (SBS) Mitglied der 45-köpfigen Crew, die sich intensiv mit Transpondertechnik beschäftigt. „Jeder redet darüber, wie viel Sinn es macht, mit RFID-Tags komplette Lieferketten auszustatten. Doch wir verspüren direkt beim Kunden noch keinen Aufschwung.“ Dafür brauche es „reelle Projekte“. Doch seit fünf Jahren sei der Markt nicht über Tests hinausgekommen.

Tatsächlich weisen SBS-Projekte noch recht enge Rahmen auf. Eine der interessantesten und mittlerweile vermarktbaren Anwendungen ist in Zusammenarbeit mit der Deutschen Messe AG zur CeBIT in diesem Jahr entstanden. Fujitsu-Siemens-Kunden bekamen heuer einen mit RFID-Inlay ausgestatteten CeBIT-Besucherausweis zugeschickt. Dieser galt nicht nur als Eintrittskarte, sondern auch als Basis für ein von SBS gestricktes Event- und Lead-Management für die Messevor- und Nachbereitung.

Die Karten stammten letztlich vom Partnerunternehmen OCE, das unter anderem Drucker herstellt, die die mit den Transpondern und Antennen bestückten Papiervorlagen zu Ausweisen und Schildchen verarbeiten kann. Beim Druckvorgang wurde in diesem Fall die Identitätsnummer auf dem Chip mit den Kundendaten aus der Adressdatenbank von Fujitsu-Siemens verknüpft. Das Verfahren hat OCE selbst auch kürzlich für die eigene in München stattfindende Hausmesse „Openhouse“ genutzt.

Als Standardargument gegen die Einführung von RFID-Technik muss immer wieder der Chippreis herhalten. Doch der Endpreis ist ein Vielfaches. Der von SBS eingesetzte Chip nach ISO-Standard 15 963 mit 13,56 Megahertz dürfte etwa 0,50 Euro gekostet haben. Mit noch einmal 0,50 Euro schlagen Antenne und das Trägermaterial zu Buche. Ein fertiger papierner Ausweis kommt bei etwa einer Stückzahl von 5000 schließlich auf 4,00 Euro, überschlägt Bücherl.

Themenseiten: IT-Business, Technologien

Fanden Sie diesen Artikel nützlich?
Content Loading ...
Whitepaper

ZDNet für mobile Geräte
ZDNet-App für Android herunterladen Lesen Sie ZDNet-Artikel in Google Currents ZDNet-App für iOS

Artikel empfehlen:

Neueste Kommentare 

1 Kommentar zu Kühne und Nagel bringt Transpondertechnik auf Tour

Kommentar hinzufügen
  • Am 21. September 2004 um 19:57 von Werner NiemeyerStein

    RFID in offenen Ketten
    Bravo, K&N kommt der Verdienst zu, RFID nun erstmals kooperativ in einem mehrstufigen Transport-Netzwerk einzusetzen, das für weitere Teilnehmer offen ist.

    Die Mehrzahl der bisher bekannten Systeme begnügt sich mit geschlossenen, kurzen Ketten und meidet die Zuordnung der Gesamtkosten zu mehreren Beteiligten.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *