Multimedia Verband verurteilt Dialergesetz

Neue Regelung sei in ihrer jetzigen Form "kontraproduktiv"

Der Deutsche Multimedia Verband (dmmv) hat vor einer übereilten gesetzlichen Regelung zur Bekämpfung des Missbrauchs von Dialern gewarnt. Man begrüße zwar ausdrücklich die Intention, den Missbrauch von Mehrwertdiensterufnummern einzudämmen. „Wir befürchten jedoch, dass das geplante Maßnahmenpaket in seiner pauschalen Form dem eigentlichen Zweck nicht gerecht wird und auch die Existenz seriöser Anbieter gefährdet“, kommentierte die Leiterin des Arbeitskreises Medienpolitik, Friederike Behrends, den Entwurf.

Der Verband hält es für „absolut erforderlich“, den Missbrauch der Rufnummern einzudämmen und damit die Akzeptanz von Mehrwertdiensterufnummern auf Seiten der Verbraucher zu manifestieren. Dennoch sei der Entwurf in dieser Form kontraproduktiv, da die in Aussicht gestellten Maßnahmen auch für seriöse Anbieter einen enormen technischen wie betrieblichen Aufwand bedeuten würden. Dieser ließe sich außerdem in den gesetzten Fristen kaum umsetzen.

Wichtig sei, dass zwischen missbräuchlichen und seriösen Angeboten klar unterschieden werde. Eine erfolgversprechende Maßnahme sei der Aufbau einer zentralen Rufnummern-Datenbank, die Verbrauchern Informationen über entsprechende Anbieter liefere.

Im Hinblick auf die Preisansageverpflichtung müssten Unklarheiten beseitigt werden. „Auch ist nicht einzusehen, warum Verbrauchern nicht die Wahl gelassen wird, Verbindungen nach einer Stunde trennen zu können oder nicht“ so Friederike Behrends weiter. In diesen Punkten darf nach Ansicht des dmmv die Mündigkeit der Verbraucher nicht außen vor gelassen werden.

ZDNet bietet in einem Download-Special zum Thema Dialer die wichtigsten Tools an. Darüber hinaus warnt ZDNet vor den jeweils neusten Maschen der Anbieter und hat die wichtigsten Nachrichten zu dem Thema in einem News-Report gesammelt.

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5 Kommentare zu Multimedia Verband verurteilt Dialergesetz

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  • Am 2. Juni 2003 um 18:43 von Bernhard Gaul

    Multimedia Verband verurteilt Dialergesetz
    Die Aussage des Verbandes, daß der Verbraucher die Möglichkeit hat, nach einer gewissen Zeit die Verbindung zu trennen, trifft genau am Thema vorbei!<br />
    Hier geht es um Verbrauchertäuschung in der Form, daß man glaubt, die reguläre Internetverbindung zu nutzen, anstatt dessen aber unwissentlich einem teuren Dialer in das "Netz" gegangen ist.<br />
    Meines Erachtens muß deshalb hier der gesetzliche Verbraucherschutz extrem hoch eingestuft werden!<br />
    Dass seriöse Anbieter darunter leiden, ist natürlich klar, trotzdem sollte der Verbraucherschutz an erster Stelle stehen. Zur Abschreckung wäre auch einer sehr hohe Strafe gegen die Verursacher von Dialermissbrauch zuzustimmen. (Beweisproblem1?)

  • Am 2. Juni 2003 um 19:39 von Thomas Rothe

    Dialerschutz
    Das ist doch alles kalter Kaffee, von wegen hohen Kosten etc. pp. Eine wirklich sichere Lösung wird die Unternehmen noch viel mehr kosten, denn die kann nur so aussehen, daß sich der Nutzer nur Leistungen aus dem Netz holen kann für die er einen ordentlichen Vertrag abgeschlossen hat.<br />
    Und im Umkehrschluss würde er natürlich auch nur bezahlen wenn er etwas in Anspruch genommen hat. Das wäre natürlich blöd für die Telekom, da sie sich Ihre Mehrwertnummern in den Allerwertesten klemmen könnte. Aber auch die Anbieter selbst würden herzzerreißend jammern, da sie sich ja dann wirklich Gedanken machen müssten anstatt das Brett an der dünnsten Stelle zu bohren. Die Mehrwertnummern wurden zur einfachen Abrechnung bestimmter Dienste eingerichtet, aber zu einer Zeit als ein Faxgerät noch ein Statussymbol war. Die Ausbreitung des Internets mit seinen vielfältigen technischen Möglichkeiten hat diese Zahlungsmethode obsolet gemacht, und gefährlich dazu. Die Mündigkeit des Users hier vorzuschieben ist eine glatte Frechheit.

  • Am 2. Juni 2003 um 22:20 von Dialersindsittenwidrig

    Dialer sofort verbieten!!!
    Die gängige Praxis, dass Dialer sich quasi ohne Zutun auf Rechnern installieren können lässt nur einen Schluss zu: SOFORTIGES VERBOT!!!!<br />
    Dass seriöse Anbieter darunter leiden, ist insgesamt das kleinere Übel. Das Internet bieten eine Vielzahl anderer Möglichkeiten, seriöse Dienste durch entsprechende Bezahlung zu erhalten.<br />
    In jedem Fall ist eine Beweislastumkehr nötig; die Telekom darf nicht weiter als "Entgelteintreiber" eingesetzt werden. Durch diese Entkoppelung ist dem betroffenen "Dialer-Opfer" wenigstens die Chance gegeben, die evtl. zu unrecht gestellte Forderung zu verweigern, ohne befürchten zu müssen, dass gleich die Telefonleitung gekappt wird.

  • Am 3. Juni 2003 um 6:53 von Norbert Baur

    Verbraucherschutz?
    Toller Verbraucherschutz!!! bereits nach einer Stunde wird die teure 0190-er-Verbindung gekappt. Da bin ich dann erst (unwissentlich) über 100,00 Euro los. Und was macht der Dialer? Der wählt sich dann eben wieder ein – unbemerkt; oder bei wem bricht nicht jetzt schon zwischendurch mal die Verbindung ab? Ist doch eine tolle Lösung – und sooo billig!<br />
    <br />
    Gut: die Telekom hat eindeutige finanzielle Interessen und wäre ja schön blöd, sich so eine herrliche Geldquelle selbst zu schließen. Aber unsere Politiker: warum kommt von dort nichts echt Konstruktives. Sie sprechen immer von "ein paar schwarzen Schafen unter den vielen seriösen Anbietern". Welche "seriösen" Anbieter gibt es hier denn überhaupt??? – ich kenne keinen.<br />
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    Mein Vorschlag: Nicht der einzelne Kunde muss (natürlich gegen Entgelt!) auf Wunsch die 0190er-Nummern sperren lassen, sondern die 0190er-Nummer sind grundsätzlich von haus aus gesperrt. Und die extrem wenigen Nutzer, die einen "seriösen" Dienst (oder einfach eine Sexnummer) benutzen möchten müssen sich dann eben freischalten lassen! Aber komisch: hier kommt das Argument vom mündigen Bürger. Fragen Sie doch mal einen Telekomkunden, der tausende Euro für nichts bezahlen muss!<br />
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    Wie gesagt, die Telekom hat legitime wirtschaftliche Interessen. Aber unsere Politiker – wir haben ja sogar ein spezielles Verbraucherministerium -, warum kommt nichs von dort? Gibt es hier auch "finanzielle Interessen"?

  • Am 3. Juni 2003 um 10:46 von Professor Flimmrich

    Dialer sind sittenwidrig
    Was bisher gelaufen ist, ist der reine Betrug, mit der Absicht unter Ausnutzung der technischen Möglichkeiten einen Griff in fremde Geldbörsen zu machen. Jeglicher verdeckte oder automatisierter Zugriff durch Dialer oder anderer Programme aus dem Internet auf private Rechner sollte als Computerkriminalität geahndet werden. Wer diesen Betrug nicht verhindert und noch unterstützt,ist kriminell!

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