Surfer greifen zur Selbstmedikation aufs Web zurück

Studie: Immer öfter wird nicht Arzt oder Apotheker, sondern das Internet befragt

Die Diskussion um die Reform des Gesundheitssystem hat im Web ihre Spuren hinterlassen: Fast jeder zweite Surfer nutzt das Web, um sich über Gesundheitsfragen zu informieren. Besorgniserregend: Rund die Hälfte der Online-Patienten ist zudem auf der Suche nach Tipps zur Selbstmedikation, um den Arztbesuch zu umgehen.

Zu diesem Ergebnis kommt eine Internet-Trendumfrage von Mummert Consulting Inworks unter 609 Surfern. Sechs von zehn Besuchern von Gesundheitsseiten hoffen dabei, auf alternative Behandlungsmethoden zu stossen. In Übersee sei die Quote noch höher: Rund 80 Prozent der US-Bürger nutzten das Web zur Gesundheitsberatung.

Dabei würden sogar Ferndiagnosen erstellt. Die deutschen Gesetze ließen die Online-Diagnose über das Web jedoch nicht zu. Die meisten Surfer, die sich im Internet auf Gesundheitsseiten informieren, suchten daher hierzulande alternative Behandlungsmethoden.

Auf Platz zwei im Ranking landete bereits die Selbstmedikation. Rund die Hälfte der Gesundheits-Surfer befrage nicht Arzt oder Apotheker, sondern das Internet. Die steigenden Verkaufszahlen für rezeptfreie Medikamente bestätigten den Trend. Ein weiterer Trend: Die Surfer vertrauen ihrem Arzt nicht mehr blind. „Jeder vierte Nutzer von Gesundheitsseiten zieht das Netz zur Kontrolle des Mediziners zu Rate“, so die Studie. Rund 24 Prozent bereiteten sich zudem per Internet auf den Besuch beim Doktor vor.

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1 Kommentar zu Surfer greifen zur Selbstmedikation aufs Web zurück

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  • Am 16. Oktober 2003 um 22:50 von gerd

    Selbstmedikation wird nach der Gesundheitsreform ins Uferlose steigen
    Viele Bürger werden nach der Gesundheitsreform einen Arztbesuch möglichst vermeiden. Dafür, das einem der Arzt bei einer Grippe nur sagt, man solle Tee kaufen , ihn trinken und sich ins Bett legen, wird kaum einer so dumm sein und 10 Euro hinblättern. Dabei ist noch nicht einmal geklärt, inwieweit die Beitragszahler entlastet werden, wenn sie dann extra zahlen müssen, nur weil sie einen Arzt aufsuchen. Für Medikamente , die in Deutschland überteuert verkauft werden , müssen extra noch Zusatzzahlungen geleistet werden, wenn ein Rezept vorgelegt wird.
    Ebenso müssen ja dann auch die Kassenbeiträge gesenkt werden, wenn der Beitragszahler Zahnbehandlung selbst tragen muss. Das gleiche trifft zu, wenn ein erkrankter Arbeitnehmer für das Krankengeld extra aufkommen muss.
    Ich frage mich allerdings, wie lange lassen sich die Wähler das gefallen, das da Politiker über die Köpfe ihrer Wähler selbstherrlich sogenannte Reformen durchboxen.

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