Teure Kosteneinsparungen

Wer in den vergangenen Monaten seinen Winterschlaf hielt, weiß vielleicht noch gar nichts vom neuen Mantra der IT-Welt: Kosten senken und komplexe Strukturen abbauen.

So drehte sich in einem jüngst veröffentlichten Interview mit Irving Wladawsky-Berger, dem On-Demand-Guru von IBM, alles um diese beiden Themen. Auch das Management von Sun hat eine PR-Kampagne unter dem genannten Motto durchgeführt, und andere Anbieter äußern sich in ähnlicher Weise.

Natürlich sind alle IT-Manager darauf aus, die Effizienz zu steigern und die Kosten zu senken, sofern sich die Investitionsrentabilität stets im für das Budget gesteckten Rahmen bewegt. Die Anbieter versuchen zwar, diese Ansprüche bestmöglich zu erfüllen, doch führen Ausgabenkürzungen und der versprochene kurzfristige ROI nicht immer zu echten Einsparungen oder der viel gepriesenen Vereinfachung komplexer Vorgänge. Tatsächlich passen Ausgabenkürzungen und vereinfachte Strukturen häufig nicht zusammen.

Zunächst ein Blick auf das Thema Ausgabenkürzungen: Den Marktforschern von Gartner zufolge führt der ständige starke Einsparungsdruck dazu, dass Investitionen hauptsächlich für kurzfristige taktische Projekte getätigt werden. Gartner prognostiziert, dass aufgrund mangelnder strategischer Ausrichtung 60 % dieser Projekte schließlich höhere Kosten und eventuell sogar eine noch stärkere Komplexität zur Folge hätten.

Carl Claunch, Vice President und Director of Research bei Gartner Research, empfiehlt den Unternehmen, die Bereiche zu identifizieren, in denen sich Ausgabenkürzungen langfristig negativ auswirken könnten. Das Verschieben von Optimierungen, wie beispielsweise die Entwicklung einer Plattform zur Datenintegration, die Außendienst-Mitarbeitern den Zugriff auf geschäftskritische Informationen ermöglicht, könnte auf lange Sicht letztlich teuer werden.

Claunch meinte, das sei wie mit den rostigen Brücken. Die Städte hätten Wartungsarbeiten an Straßen und Brücken so lange hinausgezögert, bis deren Reparatur immer teurer wurde, da die Lebensdauer der einzelnen Komponenten schließlich ihrem Ende zugegangen sei. In manchen Fällen sei es besser, sich zunächst auf einige relativ überschaubare Projekte mit weniger weitreichenden Technologien zu konzentrieren, die der unmittelbaren Aufmerksamkeit bedürfen, deren systematische Lösung jedoch umfassende Investitionen erforderte.

Allzu oft gehen die Unternehmen mit Ihren Ressourcen an Systemen und Mitarbeitern nicht sehr effizient um. So zahlen viele Firmen regelmäßig Gebühren, wie zum Beispiel monatliche Wartungskosten, für Systeme, die kaum genutzt werden.

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