Telekom-Börsengang: Union fordert von Eichel Aufklärung

Aufsichtsrat und Finanzministerium sollen von milliardenschweren Überbewertung der One2One-Beteiligung gewusst haben

Die Union hat von Bundesfinanzminister Hans Eichel (SPD) detaillierte Aufklärung über den Wissensstand der Regierung vor dem dritten Börsengang der Deutschen Telekom im Sommer 2000 verlangt. Es sei „weder politisch noch juristisch haltbar“, dass sich Eichel und sein Ministerium „hinter aktienrechtlichen Vertraulichkeitsregelungen verstecken wollen, die für den Bundesfinanzminister ausdrücklich nicht gelten“, erklärte der CDU-Finanzexperte Dietrich Austermann (CDU), am Dienstag in Berlin.

Eichel und sein Staatssekretär Manfred Overhaus, die am Mittwoch zu der Frage vor dem Haushaltsauschuss aussagen sollen, müssten „den Anlegern und der Öffentlichkeit reinen Wein einschenken“. Der Kurssturz der T-Aktie nach dem dritten Börsengang habe viele Anleger zu der Frage veranlasst, ob die Ursachen dafür vor Ausgabe der Aktien „bei der Telekom selbst und der Bundesregierung bekannt waren“, erklärte Austermann.

Er verwies dabei auf Angaben des ehemaligen Telekom-Finanzvorstands Joachim Kröske, wonach sowohl den Aufsichtsrat des Bonner Konzerns als auch das Finanzministerium davon unterrichtet waren, dass die Beteiligung an dem britischen Telekommunikationsunternehmen One2One um mehrere Milliarden Euro überbewertet war.

Eichel hatte bisher immer betont, der Aufsichtsrat und damit auch der Bund habe von unterschiedlichen Bewertungen aus dem Telekom-Vorstand nichts gewusst.

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1 Kommentar zu Telekom-Börsengang: Union fordert von Eichel Aufklärung

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  • Am 9. April 2003 um 6:08 von Carlos

    Alles Lügner ….
    Dass die Aktionäre mit dem dritten Börsengang der Telekom – Aktie verschaukelt wurden, steht wohl schon seit längerem fest. Die Herren vom Finanzministerium sollen sich doch jetzt nicht rausreden, dass sie am Beschiss der Aktien Käufer mit beteiligt waren. Dem Staat als Hauptaktionär konnte doch ein nochmaliger Run auf die T-Aktie nur recht sein. Dass wir von regierenden Stellen nur noch belogen werden gehört doch auch schon lange zur Tagesordnung.

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