Kostspielige Insellösungen blockieren Erfolg bei E-Government

Studie deckt angeblich fehlende Koordination auf

E-Government bietet vielfältige Chancen, die Prozesse in der öffentlichen Verwaltung im digitalen Zeitalter zu vereinheitlichen und effizienter zu machen. Das Problem: Bislang fehlt eine Koordination und Kooperation zwischen EU, Bund, Ländern und Kommunen. Das führt zu kostspieligen Insellösungen, bei denen jeder seine eigenen technischen und prozessualen Wege verfolgt. So lautet das Fazit einer Studie der Friedrich Ebert-Stiftung in Zusammenarbeit mit der IT-Beratungsfirma Cap Gemini Ernst & Young.

„Bisher sind die Verwaltungen den Weg des geringsten Aufwands gegangen. Sie haben hauptsächlich Informationen online gestellt, ohne dass sie systematisch in den Dialog mit den Kunden eingetreten ist, welche Transaktionen sie mit der Verwaltung online durchführen wollen“, erklärt Willi Kaczorowski, Leiter des Autorenteams bei Cap Gemini Ernst & Young.

Auf diese Weise würden wirtschaftlich nutzlose Angebote wie das Wunschkennzeichen entstehen. Die eigentliche Chance, die E-Government biete, liege aber in der systematischen Aufgabenkritik und in der Reorganisation der Prozesse, die online so einfach wie möglich abgewickelt werden müssten.

Die Probleme: Die Entwicklungskosten werden nicht geteilt, Erfahrungen äußerst unzureichend ausgetauscht. Die unterschiedliche informationstechnische Infrastruktur erschwere die Zusammenarbeit der drei Verwaltungsebenen Bund-Land-Kommunen und behindere die bundesweite Vernetzung mit Bürgern, Wirtschaft, Wissenschaft und zivilgesellschaftlichen Organisationen.

Gemeinsame strategische Konzeptionen und einheitliche IT-Standards dagegen fördern die entscheidende Kooperation zwischen Bundesländern und Kommunen und erhöhen die Effizienz und die Umsetzungsgeschwindigkeit der notwendigen Reformen, lautet die Lösung der Berater.

Eine vor wenigen Wochen vorgelegte Bewertung der deutschen E-Government Politik im EU-Kontext hatte der Bundesrepublik unter 18 bewerteten Staaten nur einen 16. Platz eingebracht, weit hinter dem Spitzenreiter Schweden.

Die komplette Studie „E-Government in den Bundesländern“ kann von der Site bei Cap Gemini Ernst & Young herunter geladen werden.

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