McNealy: Säbelrasseln im Dienste von Sun

Seinem CEO Scott McNealy zufolge kann sich Sun Microsystems im heiß umkämpften Technologie-Markt auch durch eine kontroverse Strategie profilieren.

„Ich finde nichts Negatives an Skepsis. Wenn es keine Kontroversen gibt und jeder ohne Diskussionen unsere Vorstellungen akzeptiert und sich danach richtet, bringt uns das kein Geld ein“, sagte McNealy nach seinen öffentlichen Bekanntgaben am Mittwoch in einer Stellungsnahme gegenüber Journalisten. „Die Frage ist vielmehr, ob wir eine kontroverse und gleichzeitig auch richtige Strategie haben. Wenn ja, werden wir viel Geld verdienen“, so McNealy.

Im Zuge seiner Ausführungen schilderte McNealy seine Sicht zukünftiger Netzwerke und umstrittener Entwicklungen, aus denen „der nächste technologische Renner“ hervorgehen wird – natürlich alles auf Grundlage der Produkte von Sun.

Er stellte die gewagten Initiativen seines Unternehmens heraus: N1 und „Throughput Computing“, die eine Entwicklung neuer Software-Schichten für die bessere Koordination und Nutzung von Rechen- und Speicher-Ressourcen in Unternehmensumgebungen vorsehen.

Darüber hinaus prognostizierte McNealy eine Zukunft, in der Handheld-Geräte und Java-Smartcards den Anwendern sicheres mobiles Computing und den Internetzugang von jedem beliebigen Ort aus ermöglichen, wodurch der PC in seiner heutigen Form möglicherweise überflüssig wird. So könnten beispielsweise die Identitäten von Benutzern auf Java-Smartcards gespeichert werden, während die Daten und Anwendungen ihrer Desktop-Rechner auf dem Unternehmensserver bereitgestellt würden.

Die Anwender müssten sich dann nur noch mit ihren Java-Cards bei einem „dummen“ Client, zum Beispiel einer Sun Ray-Workstation, identifizieren und könnten dann auf ihren Desktop zugreifen, so McNealy. Auf diese Weise wären die Anwender nicht länger an ihre jeweiligen Terminals gebunden, so dass beispielsweise bei internen Umstrukturierungen keine aufwändigen Neukonfigurationen erforderlich würden.

Im Gegensatz zu PCs, die über eigene Prozessoren verfügen, greifen die Sun Ray-Desktops für die meisten Verarbeitungsaufgaben auf einen zentralen Server zurück. Sie sind mit Smartcard-Readern für die Benutzer-Authentifizierung ausgestattet.

Obwohl dieses Konzept einer universell einsetzbaren Karte für die meisten Länder noch Zukunftsmusik sein dürfte, geht McNealy davon aus, dass es für einen kleinen, doch technologisch weit entwickelten Staat wie Singapur bereits geeignet sein könnte.

„Das ist wohl der einzige Ort auf diesem Planeten, an dem sich diese Version einer Java-Card derzeit umsetzen lässt“, meinte McNealy.

Nachdem er den Intel Itanium-Chip als einen „schwerwiegenden Ausrutscher eines ansonsten sehr guten Unternehmens“ bezeichnet hatte, bestätigte McNealy die für das nächste Jahr geplante Einführung eines neuen Sun-Mikroprozessors. Der auf den Namen Niagara getaufte neue Prozessor soll acht Prozessorkerne enthalten, von denen jeder vier Anweisungen verarbeiten kann.

McNealy reiste gestern Abend aus Singapur ab, um seine Asien-Tour in Australien und Indien fortzusetzen. Dort dürfte wohl mit weiteren Seitenhieben gegen Rivalen wie Microsoft und Intel zu rechnen sein.

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