Telekom bricht Projekt mit Web-Telefonzelle ab

Netzanbieter will 1000 Terminals wegen zu "geringer Akzeptanz" abstellen

Das Projekt der Deutschen Telekom (Börse Frankfurt: DTE), Telefonzellen zu Internet-Terminals aufzurüsten, ist geplatzt. „Die Akzeptanz durch die Nutzer war zu gering“, zitiert die Zeitung „Die Welt“ einen Sprecher der Deutschen Telekom. Aus der Taufe gehoben wurde das Pilotprojekt in Karlsruhe im Campus Based Engineering Center (CEC), einem Forschungsinstitut von SAP.

Ende der neunziger Jahre hatte die Europäische Union ein Forschungsprojekt für den öffentlichen Web-Zugang ausgeschrieben. Zusammen mit der Telekom wurden zunächst 1000 Telefonzellen zu Multimedia-Kiosken umgerüstet und auf Bahnhöfen, Flugplätzen oder im Foyer öffentlicher Gebäude aufgestellt, so die Zeitung.

Das Projekt sei gezielt für Anwendungen im E-Government entwickelt worden. So haben die Terminals neben Web- und E-Mail-Anschluss einen direkten Zugang zu Behörden (über 250 abrufbare Standardformulare) sichergestellt. Zudem habe der Anwender Zugang zu Stadtinformationssystemen, Fremdenverkehrsvereinen und Verkehrsträgern gehabt.

CEC-Direktor Joachim Schaper ist ungehalten über die Einstellung des Projektes und hält die Begründung der Telekom laut der „Welt“ für nicht stichhaltig. „Die ersten Stationen waren ungünstig platziert, das neue System wurde zu wenig bekannt gemacht.“

Nun plant das Institut auf eigene Faust das Projekt weiterzuführen. „Wir konzentrieren uns jetzt auf die Entwicklung von Terminal-Lösungen für den Einsatz in großen Firmen. Dort kann jeder Mitarbeiter mit der Firmenleitung, dem Personalrat oder dem Controlling kommunizieren“, sagt Schaper.

Kontakt: Deutsche Telekom, Tel.: 0800/3301000

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