Instant Messaging vs. Corporate Software

Für viele Unternehmen hat sich Instant Messaging (IM) von einer Teenager-Spielerei zu einem wertvollen Kommunikationswerkzeug entwickelt. Instant Messaging und Corporate Software befinden sich im Wettstreit um den Vorrang am Arbeitsplatz.

Vor einigen Jahren dachte man in der Information Services-Abteilung des Telekommunikations-Unternehmens Sprint darüber nach, Instant-Messaging-Ströme zu blockieren, weil diese Löcher in die Unternehmens-Firewalls rissen und PC-Technikern Kopfzerbrechen bereiteten. Aber nur so lange, bis einige der höchsten Führungskräfte des Telekommunikationsriesen einschritten.

„Eine ganze Reihe von Führungskräften und Mitarbeitern im höheren Management setzte bereits den AOL Instant Messenger ein. Für diese Manager war der Messenger ein Werkzeug für die Kommunikation mit Kollegen, Vorstandsmitgliedern und untereinander geworden, da ihnen E-Mail zu langsam war“, so Doug Utley, der zu jener Zeit der Abteilung Information Services angehörte und heute Produktmanager für Sprints Web Services Conferencing Unit ist. „Damit wurde die Verwendung von Instant Messengers deutlich akzeptabler.“

Prognose

Für Sprint wie für viele andere Firmen hat sich Instant Messaging (IM) von einer Teenager-Spielerei zu einem wertvollen Kommunikationswerkzeug und einem wichtigen Bestandteil des täglichen Geschäfts entwickelt. Aber Unternehmen verwenden IM nicht nur für den Versand von Nachrichten in Echtzeit, sondern auch für die Zusammenarbeit an Projekten, für den Austausch von Daten und für die Erstellung von Netzwerken, die die verschiedensten Internet-Geräte miteinander verbinden.

Viele Unternehmen, die IM früher aus Sicherheits- und anderen Gründen abgelehnt haben, stehen dieser Technologie jetzt positiv gegenüber. Dadurch haben sich neue Geschäftsmöglichkeiten für wichtige Unternehmen ergeben, zu denen Internet-Dienstleister wie America Online, Microsofts MSN und Yahoo, aber auch große, alteingesessene Anbieter von Unternehmenssoftware wie IBM, Sun Microsystems und Oracle gehören. Diese Liste wird von einer Reihe kleinerer Firmen ergänzt, die zusätzliche Dienste anbieten – Firmen wie IMLogic, FaceTime, Jabber und Bantu.

„Die entscheidende Veränderung besteht darin, dass die Unternehmen jetzt erkennen, dass IM in Wirklichkeit ein produktives Werkzeug ist, ein Werkzeug für geschäftliche Kommunikation in Echtzeit“, so Charles Golvin, Analyst bei Forrester Research. „Jetzt besteht das Ziel nicht mehr darin, IM zu blockieren, sondern es im Gegenteil einzusetzen, um uns beweglicher zu machen und unsere Reaktionszeiten zu verkürzen.“

Das Potenzial von IM in Bezug auf Unternehmen hängt zum größten Teil von den drei größten Entwicklern solcher Software ab: AOL, Microsoft und Yahoo. Diese drei Unternehmen betreiben proprietäre Netze und werden sich einer Interoperabilität so lange widersetzen, bis sie passende Geschäftsvereinbarungen für die Kommunikation untereinander ausarbeiten können.

Microsoft geht das Thema IM aus zwei unterschiedlichen Richtungen an: MSN Messenger bleibt weiterhin ein kostenloser IM-Service wie auch AOL und Yahoo; Microsofts Server-Gruppe hat dagegen gerade eine Testversion von Greenwich herausgebracht, einem auf IM basierenden Echtzeit-Kollaborationsdienst. Greenwich wird Bestandteil von Microsofts Engagement hinsichtlich XP-Servern werden und IM somit noch tiefer im Unternehmensnetzwerk verwurzeln.

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