Die Milliarden-Wette von BEA

Auf der BEA Systems Anwenderkonferenz eWorld, die Anfang März in Orlando/Florida stattfand, waren alle Augen auf Alfred Chuang gerichtet. BEA vollzieht den Wandel vom Anbieter von Applikationsservern zu einem Allround-Anbieter von Software-Infrastruktur.

Als CEO dieses Anbieters von Unternehmenssoftware auf Java-Basis, führt Chuang sein Unternehmen momentan durch einen entscheidenden Wandel, durch den sich die Firma von einem Lieferanten von Applikationsservern, darunter das Flaggschiff WebLogic, zu einem Allround-Anbieter von Software-Infrastruktur entwickelt.

Diese Reise wird mit Sicherheit nicht leicht werden. In dem Maße, in dem BEA versucht, durch die Erweiterung seines Produktportfolios zu wachsen, trifft das Unternehmen auf harte Konkurrenz von Rivalen wie IBM und Oracle, aber auch von anderen alteingesessenen Anbietern von Integrationssoftware. Zugleich werden Open Source-Applikationsserver wie JBoss und Tomcat immer beliebter.

BEAs Einsatz beruht zum großen Teil auf einem Plan zur Vereinfachung der Java-Programmierung und zur Vereinigung der Applikationsentwicklung mit der Applikationsintegration. Chuang, der zu Beginn der Haupt-Entwickler von BEA war, weiß, wie entscheidend die Loyalität der Entwickler für den Erfolg des Unternehmens ist.

„Ich bin zwar CEO, aber immer noch auch einer von Ihnen“, sagte Chuang auf der eWorld zu den versammelten Entwicklern. „Ich weiß, was Sie im Moment durchmachen.“

Nur wenige Tage vor diesem Auftritt auf der eWorld sprach Chuang mit CNET News.com über die Technologie, die Führung und die Konkurrenz seines Unternehmens.

CNET: Analysten haben auf ein gewisses Maß an Risiko in Ihrer Strategie hingewiesen, was zu einiger Nervosität in Bezug auf BEA geführt hat. Wie reagieren Sie darauf?

Chuang: Ich glaube, es ist offensichtlich, dass die Leute momentan ganz allgemein beunruhigt sind. Der Aktienmarkt ist extrem nervös. Ich denke nicht, dass das an BEA liegt, aber ich denke, der Markt ist momentan sehr viel volatiler als BEA.

CNET: Es gab einen Bericht, nach dem eine Abteilung von General Electric JBoss anstelle von WebLogic einsetzen würde. Das ließ Ihren Aktienkurs einbrechen. Was glauben Sie: auf welche Weise ist BEA von Open Source-Applikationsservern betroffen?

» Ob Sie es glauben oder nicht, ich bin eigentlich ein großer Befürworter von Open Source Applikationsservern. «

Chuang: Ob Sie es glauben oder nicht, aber ich bin eigentlich ein großer Befürworter von Open Source-Applikationsservern – weil ich glaube, daß es entscheidend ist, die Verbreitung von Applikationsservern von verschiedenen Ausgangspunkten her voranzutreiben. Ich denke, Open Source-Applikationsserver werden das Wissen darüber, was ein J2EE-Standard (Java 2 Enterprise Edition) wirklich ist und in welche Richtung er sich entwickelt, deutlich intensivieren und distribuieren.

Wir müssen dabei jedoch pragmatisch vorgehen. Ich habe einen Bericht von einem unserer Finanzanalysten gesehen, demzufolge JBoss millionenfach heruntergeladen wird. Und natürlich ist es bekannt, dass auch WebLogic millionenfach heruntergeladen wird – bis hin zu dem Punkt, dass es für uns nicht mehr wichtig ist, diese Zahlen noch zu veröffentlichen: die Leute glauben diese Zahlen. Allerdings hat Jboss nur 75 Kunden, die für Support zahlen. Dagegen hat BEA 14.000 für den Support zahlende Kunden. Daher denke ich, daß es vielleicht etwas voreilig wäre, wenn man behaupten würde, dass sich Open Source langsam in unseren Bereich einschleicht.

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