CeBIT 2003: Fraunhofer-Institute zeigen Agenten-System für Location Based Services

Spezielle Software soll die Wünsche und Vorlieben des Nutzers erkennen, und orts- und zeitabhängig die richtigen Angebote dem Smartphone-User unterbreiten können

Die Darmstädter Fraunhofer-Institute SIT (Sichere Telekooperation), IPSI (Integrierte Publikations- und Informationssysteme) und IGD (Graphische Datenverarbeitung) haben angekündigt, auf der CeBIT (12. bis 19. März) in Halle 11, Stand A24, Bereich 3, in einem Mobile-Projekt zu zeigen, dass sich Datenschutz, Komfort und funktionierende Bezahllösungen bei mobilen Endgeräten nicht ausschließen müssen. Fahrpläne, Restaurant- und Stadtführer seien zum Beispiel für einen Geschäftsreisenden mit seinem Smartphone bequem, anonym und sicher nutzbar, versprechen die Institute. Ziel der Präsentation sei es, professionelle Anbieter als Kooperationspartner zu gewinnen, die die von den Fraunhofer-Instituten entwickelten Techniken kommerziell nutzen wollen.

Natürlich sei es mit einem Smartphone alleine nicht getan. Dahinter müsse eine ganze Infrastruktur aus Hard- und Software stehen. Die Frage, ob zur Datenübertragung der gegenwärtige Mobilfunkstandard GSM oder das zukünftige UMTS benutzt werden, sei demgegenüber zweitrangig. So könne der Betreiber mit GSM beginnen und später auf UMTS umstellen. „Die Dienste sind per se aus Sicht des Kunden nicht ausreichend sicher“, meint Projektleiter Mario Hoffmann vom SIT. Ein „Agent“ müsse für einen Ausgleich der unterschiedlichen Bedürfnisse von Anbietern und Nutzern sorgen.

Eine solche Agenten-basierte Plattform soll ein für alle Beteiligten sicheres dynamisches Angebot von individuellen orts-, zeit- und kontextabhängigen Diensten im täglichen Einsatz ermöglichen. Mit Online-Informationen wie im Web sei es nicht getan. Die Informationen müssen aufbereitet und so gefiltert werden, dass nur die gerade benötigten Informationen zur Verfügung gestellt werden. Der mobile Nutzer habe keinen Computer mit Tastatur und Bildschirm zur Verfügung, sondern den Minibildschirm seines Smartphones, auf dem er mit einem Plastikstift arbeite.

Für die Aufbereitung der Informationen will man das Ortungssystem GPS mit „Ontologien mit semantischem Wissen“ kombinieren. Dahinter steckt die Idee, dass man zum Beispiel vormittags eher kein Steakhaus, sondern vielleicht einen Coffeeshop zum Frühstücken sucht. Und in einer Gegend, in der es kilometerweit keine Buslinie gibt, ein Taxi bestellen möchte anstatt nach einem Fahrplan zu suchen, schildern die Entwickler die Idee dahinter. Entsprechend mache das System automatisch die vermutlich eher passenden Angebote. Das erscheint praktikabler, als erst auf dem Minidisplay langwierige Suchmaschinen-Abfragen zu produzieren.

Wünsche und Vorlieben des Nutzers müssen für das System erkennbar und verarbeitbar werden, damit es die „richtigen“ Vorschläge mache – die Identität des Benutzers hingegen soll auf Wunsch so weit wie möglich verborgen bleiben. Dazu werden im Rechner des Netzwerkbetreibers elektronische „Agenten“ geschaffen, die dem Dienstanbieter beispielsweise dem Restaurant nur dann die Identität des Nutzers enthüllen, wenn dieser einen Tisch reservieren will.

Sitz des persönlichen Agenten sei die Homebase, ein Server im Vertrauensbereich des Nutzers. Je nach individueller Festlegung liege die Grenze dieses Vertrauensbereichs auf einer im Smartphone eingebauten Smartcard, auf dem eigenen Rechner, auf einem Server des Arbeitgebers oder bei einem entsprechenden Provider im Internet. Ein entsprechendes Beispiel wollen die Fraunhofer Institute auf der CeBIT vorstellen.

Themenseiten: CeBIT, Messe, Telekommunikation

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