0190er-Vertuschung per Call-by-Call sittenwidrig

Telefonsex-Anbieter muss vor Gericht Niederlage einstecken

Dass Nummern, die mit 019 oder 00 anfangen, nicht gerade billig sind, hat sich inzwischen herum gesprochen. Nun versuchen die Anbieter, durch Call-by-Call-Vorwahlen die teuren Nummern zu vertuschen – genau das ist sittenwidrig, hat jetzt das Landgericht München laut dem Online-Dienst Teltarif entschieden.

Der Münchner Anbieter „Prompt“ soll mit einer Nummer geworben haben, die zunächst mit der 01055 begann und dann einen Telefonanschluss in Guinea (Westafrika) vortäuschte – allerdings führte das Gespräch nicht auf den schwarzen Kontinent, sondern zu einer Telefonsex-Firma, die 2,27 Euro pro Minute verlangte – mehr als für jedes Auslandsgespräche.

Nachdem die Kunden nicht zahlen wollten, sei Prompt vor Gericht gezogen. Dieses hat jetzt entschieden, dass der Vertrag sittenwidrig und damit nichig sei. Die Telefonkunden seien absichtlich auf eine vermeintlich günstige Call-by-Call-Nummer gelockt worden, um sie dann planmäßig mit den Gebühren für eine teure internationale Verbindung zu belasten, die gar nicht hergestellt und vom Kunden genutzt würde.

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