Duell Mensch gegen Computer endet unentschieden

Kasparow und Superrechner haben je drei Partien für sich entschieden

In der spektakulären Auseinandersetzung Mensch gegen Maschine am Schachbrett bleibt die Frage nach dem Sieger weiter offen: In der letzten von insgesamt sechs Partien trennten sich Ex-Schachweltmeister Garri Kasparow und Superrechner „Deep Junior“ in New York mit einem Unentschieden, wie die Organisatoren mitteilten.

Kasparow hatte zuvor ebenso wie das derzeit beste Schachprogramm der Welt jeweils ein Spiel für sich entschieden. Drei weitere Partien endeten mit einem Remis. Das 39-jährige Schachgenie und die israelischen Programmierer von „Deep Junior“ teilten sich das Preisgeld in Höhe von 500.000 Dollar (rund 460.000 Euro). Nach der entscheidenden Partei gestand Kasparow seinen großen Respekt vor dem Schnellrechner ein: Sein Hauptziel sei gewesen, nicht zu verlieren.

Die „gefährlichen Erinnerungen“ an seine Niederlage gegen den Schachcomputer „Deep Blue“ vom Mai 1997 wirkten noch immer nach. Zumal der ehemalige Weltmeister allein für sein Antreten bei dem vom Weltschachverband Fide organisierten Turnier weitere 500.000 Dollar kassierte. Schachexperten wunderten sich über das vorsichtige Spiel des Großmeisters, der die schwarzen Figuren führte und es auf ein Remis geradezu anlegte.

Obwohl er gegen Ende in der stärkeren Position war, nahm sich Kasparow zurück. Nach der Partie erklärte er seine Taktik damit, dass es bis zu einem Sieg noch ein weiter Weg gewesen wäre; dieser Weg hätte noch viele Möglichkeiten für falsche Züge geboten. „Ich wollte absolut sicher sein, und deshalb habe ich entschieden, dass es weiser ist, das Spiel zu beenden“, sagte Kasparow. „Deep Junior“ ist dem Rechner-Monster „Deep Blue“ technisch unterlegen.

Etwa so groß wie ein Mikrowellengerät, gilt seine Rechnerkapzität von rund drei Millionen Spielzügen pro Sekunde in der Oberklasse der Schachcomputer als mickrig. „Deep Blue“ schaffte in derselben Zeit rund 200 Millionen Varianten. Dafür zeichne „Deep Junior“ die „menschliche“ Fähigkeit aus, strategisch zu spielen, erklärten seine Programmierer Amir Ban und Schai Buschinski. Ihr Schützling sei aber „nicht so gut drauf gewesen“.

Kasparow quittierte die Bemerkung mit einem Lächeln und wertete seine Leistung dadurch auf, dass er „Deep Junior“ „klar stärker“ als „Deep Blue“ nannte. Zu keinem Zeitpunkt während des Turniers sei er wirklich besiegt gewesen: „Ich habe nur ein Spiel verloren, und das war ein schreckliches, schreckliches Versehen“, sagte Kasparow.

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