Infineon droht wieder mit Rückzug aus Deutschland

Chiphersteller sieht sich durch Regierungspläne in seiner Existenz bedroht

Infineon (Börse Frankfurt: IFX) hat wieder mit einem Rückzug aus Deutschland gedroht. Der Vorstandsvorsitzende Ulrich Schumacher bezeichnete in einem Gespräch mit der „Süddeutschen Zeitung“ die aktuellen Steuerpläne der Regierungskoalition als „Existenzfrage“ für sein Unternehmen.

Gerade High-Tech-Firmen bräuchten die Möglichkeit, in schlechten Jahren die Steuerlast zu Gunsten besserer Zeiten mindern zu können, so der Spitzenmanager: „Wir haben heute schon Steuernachteile gegenüber unseren ausländischen Wettbewerbern, die kaum noch akzeptabel sind“.

Die Firma hatte erstmals vor einem Monat gedroht, den Firmensitz ins Ausland zu verlagern. Konkrete Pläne gebe es allerdings noch nicht, man befinde sich noch in der Prüfungsphase, hieß es damals. Benachteiligt sieht sich Schumacher unter anderem im Vergleich zu ST Microelectronics: Der Konkurrent habe französische und italienische Wurzeln, fungiert unter holländischer Flagge, während sein Vorstand Pasquale Pistorio von Genf aus agiere. Schumacher weiter: „Wir haben einen Steuernachteil von 18 Prozent gegenüber ST“.

Kurz zuvor hatte die Firma Pläne veröffentlicht, wonach sie innerhalb von fünf Jahren zum zweitprofitabelsten Chipkonzern der Welt aufsteigen will. Das Zahlenspiel gestaltet sich wie folgt: In nächsten fünf Jahren will Infineon zu den vier führenden Halbleiterherstellern weltweit und in allen Geschäftssegmenten zu den Top Drei gehören. In Bezug auf Profitabilität will Infineon zu den besten Zwei zählen und die Nummer Eins im Lösungsgeschäft für Halbleiter werden.

Kontakt: Infineon Technologies, Tel.: 01802/000404 (günstigsten Tarif anzeigen)

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12 Kommentare zu Infineon droht wieder mit Rückzug aus Deutschland

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  • Am 15. Januar 2003 um 22:39 von BT

    Und Tschüss
    sorry, wer nicht bei uns produziert sollte auch nicht bei uns verkaufen dürfen und schon wären wir die ewigen Erpresser los.

  • Am 16. Januar 2003 um 0:06 von swen s.

    bt hat keine ahnung
    hallo, ich arbeite zufällig bei infineon dresden. ich kann "BT" nur wiedersprechen. in deutschland ist u.a. die zentrale, die erste 300mm linie (weltweit) – die größte produktionsstädte von ifx in dresden und die "designwerkstatt" für alle speicher von ifx, außerdem hat infineon in dresden u.a. ein maskenhaus – von den produktionsstandorten münchen, regensburg,… ganz zu schweigen. infineon hat, wie andere firmen übrigens auch, mehr für deutschland getan alls viele glauben – die löhne, gehälter liegen weit über den schnitt. ich bin übrigens ein "kleiner" instandhalter, kein manager, falls jemand an propaganda denkt.

  • Am 16. Januar 2003 um 7:46 von flower

    … und das ist nur die Spitze des Eisberges
    Infineon wird nicht das einzige Unternehmen sein, dass sich mit solchen Gedanken beschaeftigt. Aber es ist erstaunlich, wie "intelligent" die Regierung es schafft den Wirtschaftsstandort (haha) Deutschland noch mehr runterzuwirtschaften.<br />
    <br />
    Die gestrige Aussage unserer Verbraucherschutzministerin Frau Kuenast das Preisdumping zu bekaempfen, zeugte schon wieder von so einer Inkompetenz, das es schon weh tat. Weiter so Deutschland. Eckelt alle guten Firmen, die auch noch Arbeitsplaetze zur Verfuegung aus Deutschland raus.<br />
    <br />
    Noch eine kleine Anmerkung zu BT. Was heisst eigentlich BT? BeamtenTarif? Dann ist seine Aussage natuerlich zu verstehen.

  • Am 16. Januar 2003 um 7:53 von Harald

    das nicht richtig
    wer nicht HIER produziert sollte nicht Verkaufen dürfen???<br />
    wie albern!!!!!!!!!!!<br />
    Deutschland ist eine EXportnation!<br />
    wenn alle so denken…..DANN gute nacht de

  • Am 16. Januar 2003 um 8:39 von HZ

    Infineon
    Schröder muß weg

  • Am 16. Januar 2003 um 11:11 von Thilo Schmitt-Lange

    Siemens = raffen und abzocken!!!
    Infineon ist eine Tochter von Siemens.<br />
    Siemens bezahlt trotz Milliardengewinne keine Steuern und erhält zusätzlich hohe Fördergelder vom Staat.<br />
    Die Reichen werden auf Kosten der Normalbürger immer reicher und wie hier immer dreister in ihren Forderungen.<br />
    Nach dem Motto: Wir verdienen satte Kohle, Steuern sollen aber die anderen zahlen.<br />
    Widerlich!!!

  • Am 16. Januar 2003 um 11:47 von Lorenz

    Infineon braucht sich nicht zu beschweren
    Es sind doch die kleinen und mitteltändigen Betriebe die alles am laufen halten und auch noch zur kasse gebeten werden. Kaum muss einer der großen befürchten das er mal etwas mehr zahlen muss droht er abzuhauen, Das ist doch schon zum Sport geworden bei denen und sieht man mit schöner Regelmäsigkeit. Die deutsche Industrie hat nun mal nicht nur Rechte sie muss sich auch mal den Pflichten stellen und sich zur Solidarität zu Deutschland und seinen Bürgern bekennen. Wem das nicht gefällt braucht doch in Deutschland erst gar nicht anfangen sowas weiß man vorher.

  • Am 16. Januar 2003 um 12:55 von markus zaehringer

    infinion
    ich finde es absolut richtig was schuhmacher vorhat. ich hoffe, dass er seiner aussage taten folgen lässt und ins ausland geht. vielleicht wacht dann diese rot-grüne schwachsinningen regierung endlich mal auf. wenn ich aussagen von einer frau künast höre, dass sie den preiskampf bei den discountern stoppen will, damit auch edeka gegen lidl und aldi bestehen kann… da frage ich mich ernsthaft, wo wier eigentlich hinkommen. hoffentlich zieht siemens und noch ein paar andere nach…

  • Am 16. Januar 2003 um 13:28 von Martin Klose

    Infineon / Für Sven S.
    Ja Super. Da ist der erste Sparpunkt, die hohen Löhne. In schlechten Zeiten zahlt man eben nur Tarif, basta.<br />
    Und warum ist Infineon nach Dresden gegangen und nicht gleich ins Ausland. Ganz einfach, weil die Genossen von der Politik mit Steuergeschenken und billigem Standort (Grundstück) regelrecht dort hingeprügelt wurden. Als letztes würde ich noch empfehlen, die Gesellschaftsform zu ändern. Weg von den Raffgierigen Aktionären, die jedes Jahr dicke Gewinne und Dividenden sehen wollen. Denn was passiert denn jeden Tag in Deutschland:<br />
    Die 10-20% Steigerung wird nicht erreicht, wir bauen Arbeitsplätze ab, weil das am meisten Geld bringt und schreien nach Steuererleichterungen für unser benachteiligtes Unternehmen.<br />
    Schon steigt der Kurs und die Leute sind zufrieden. Mahlzeit!

  • Am 17. Januar 2003 um 10:07 von Gustav Grewe

    Die Folgen des Sozialismus
    Infineon, ein Hoffnungsträger der deutschen Industrie, hat einen berechtigten Warnschuß abgegeben. Es wird höchste Zeit, dass unserer unfähigen Regierung die Folgen für ein weiteres Abdriften in eine post-sozialistische Steinzeit deutlich gemacht wird. Deutschland kann nur dann wirtschaftlich genesen, wenn es den Pfad der ideologischen Mottenkiste zugunsten einer freien und ungehinderten Marktwirtschaft verläßt. Andernfalls werden der Beschäftigungskahlschlag und die Abwanderung ganzer Industriezweige in unserem Land fortgesetzt. Daran kann auch die Uneinsichtigkeit vieler bequemer Bürger und die Reglementierwut der gewählten Volksvertreter nichts ändern. Was wir brauchen ist die schnelle Befreiung von allen arbeitsverteuernden Rahmenbedingungen und dem unangemessenen Einfluß der Gewerkschaften. Andere Länder haben dementsprechend gehandelt und wundern sich über die Deutsche Krankheit.

  • Am 17. Januar 2003 um 12:16 von Rainer Gaiss

    Haben die jemals Steuern bezahlt?
    Die haben doch seit der Ausgründung noch nie Steuern bezahlt, genauso wenig wie Siemens in den letzten Jahren.<br />
    <br />
    Was wollen die eigentlich? <br />
    <br />
    Das beste, was uns Deutschen pasieren kann, ist, wenn die endlich ihre Drohung wahrmachen.

  • Am 15. Oktober 2003 um 12:37 von J. M.

    Fördergelder
    Ich weiß gar nicht warum Inf. sich beschwert. Hätte Inf. denn auch im Ausland bei Neuerichtung Fördergelder in der Höhe bekommen, wie sie es hier in Deutschland bei Neubau des Werkes im Osten bekommen haben? Erst Fördergelder einstreichen und dann in die Länder abziehen , wo die Steuern günstig sind. Klasse Abzocke. Ich habe als Arbeitnehmer und damit Minderheit in Deutschland eigentlich auch keine Lust mehr für die Mehrheit der Bevölkerung und für die Schulden des Staates Steuern zu bezahlen. Eine Scheiß-Einstellung die viele Mitbewohner unser einheitlichen Republik an den Tag legen.

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