Raikes Unplugged Teil I: „Versagen ist keine Option“

Microsofts-Vizepräsident Jeff Raikes im Gespräch mit ZDNets David Berlind.

Microsoft entschuldigt sich des Öfteren dafür, dass seine Plattform für gewöhnliche Sterbliche nicht einfach genug konzipiert sei. In kürzlich gehaltenen Comdex-Vorträgen kanzelte der Vorsitzende Bill Gates Computer als „zu schwer einzurichten“ und „umständlich“ ab und vertrat die Auffassung, dass „es einfacher werden muss“. Und unter Berufung auf Moores Gesetz rühmt Gates die beim Preis-Leistungs-Verhältnis realisierten Verbesserungen. Liest man zwischen den Zeilen, findet man fast so etwas wie das Zugeständnis, dass Intel seine Aufgabe gemeistert habe, während die Software hinterherhinke.

Raikes betonte, dass jede IT-Strategie bei einer stabilen, sicheren und umfassenden Grundlage – von Servern und Desktops bis hin zu Netzwerken – ansetzt. Um als legitimer Anbieter von Basissystemen betrachtet zu werden, so Raikes, müsse Microsoft die mit aufwändigeren Lösungen verbundene Zuverlässigkeit, Sicherheit und Qualität liefern, und zwar zu einer erheblich niedrigeren Total-Cost-of-Ownership (TCO).

Um dies in Angriff zu nehmen, steckt Microsoft mehr Mittel in Forschung und Entwicklung. Bis zum Ende des Jahres 2002 wird sich Microsofts Jahresbudget für F&E der Fünf-Milliarden-Dollar-Grenze nähern, wobei der Löwenanteil der Initiative Trustworthy Computing zufließt. Mit der Bemerkung, dass „Versagen keine Option“ sei, machte Raikes klar, dass in das Thema Sicherheit weiterhin investiert wird. Raikes: „Man sollte Trustworthy Computing nicht als Endzweck betrachten. Der Weg ist das Ziel.“

Außerdem betreibt Microsoft F&E mit dem Ziel, ein höheres Maß an Funktionalität und Informationsversorgung zu geringeren Kosten als solche Konkurrenten wie Sun, Oracle und IBM zu liefern. Raikes weiter: „Microsofts Fähigkeit, Anforderungen gerecht zu werden und unsere Konkurrenten in puncto Unternehmens-Support zu überbieten, ist beträchtlich gewachsen; zudem tun wir das mit einem Wert-Angebot, das dem CIO hilft, mit weniger Mitteln mehr zu tun.“

Will Microsoft sein Versprechen halten, die Produktivität der Anwender bis zum Ende dieses Jahrzehnts zu verdoppeln, dann ist anzunehmen, dass das Unternehmen seinen F&E-Etat gleichermaßen verdoppeln muss.

Die Aufmerksamkeit auf Microsofts potenziellen Kostenvorteil gegenüber größeren Rivalen zu lenken ist sowohl ein ehrliches Verkaufsargument als auch eine rechte Herausforderung an IT-Manager. Wenn Microsofts F&E-Bemühungen die Informationsversorgungslücke geschlossen haben, dürften IT-Manager problemlos beurteilen können, ob sich die von Raikes aufgestellten Behauptungen bewahrheiten. Euros und Cents lassen sich wesentlich einfacher vergleichen als Rhetorik und Gewäsch.

Tech Update: Welche Rolle kommt denn Ihnen in der Realisierung dieser Vorhaben zu?

Raikes: Mir unterstehen hauptsächlich drei Verantwortungsbereiche: Erstens bin ich für den Bereich Informationsarbeit verantwortlich, welcher unsere Office-Familie (Office, SharePoint, Project, Visio sowie unsere beiden neuen Produkte X-Docs und OneNote) umfasst. Außerdem spiele ich in den von Doug Burgum geleiteten Microsoft Business Solutions eine Rolle. Schließlich gehörte ich gemeinsam mit Bill Gates, Steve Ballmer, Craig Mundie, Jim Allchin und David Vaskevitch dem Senior Leadership Team an, das für die von Microsoft grundsätzlich eingeschlagene Richtung verantwortlich ist. Innerhalb dieses Teams übernehme ich weitere Aufgaben, so zum Beispel die Betreuung der Lizenzierungen, die Entwicklung und die Markteinführung des Tablet PC sowie unsere Verkaufsbemühungen an kleine und mittelständische Unternehmen.

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