Deutsches Steuer-Chaos kostet Softwarefirmen Geld

Hersteller von Lohnsoftware haben nur wenig Zeit, ihre Programme anzupassen und zu testen

Nur elf Tage haben die Hersteller von Lohnsoftware Zeit, um ihre Programme für ihre Kunden anzupassen, damit die Lohnabrechnung im Januar 2003 stimmt. Die unklare Steuerpolitik der Bundesregierung kostet die Softwarebranche viel Geld, denn die Entscheidung über Steuererhöhungen soll erst am 20. Dezember fallen.

„Wir rechnen mit zusätzlichen Kosten, Nachtschichten und Arbeit an Weihnachten“, sagte Microsoft (Börse Frankfurt: MSF) Deutschlandchef Business Solutions Jürgen Baier gegenüber der „Financial Times Deutschland“. Wie hoch diese Zusatzausgaben lägen, wollte er jedoch nicht verraten.

Von der raschen Anpassung an neue Steuergesetze sind Softwarehersteller wie Datev, SAP, Sage oder Microsofts Business Solutions-Sparte betroffen. „Für uns, unsere Kunden und unsere Handelspartner bedeutet das einen großen zusätzlichen Aufwand“, gibt sich Peter Dewald, Deutschlandchef des Softwarekonzerns Sage verärgert. Ähnlich lautet die Antwort aus der Datev-Zentrale. Man habe alle möglichen Alternativen schon jetzt fertig programmiert. „Dafür werfen wir nachher einiges weg, was vorher Zeit und Geld gekostet hat“, so Datev.

Die neuen Gesetze zur Renten- und Gesundheitspolitik werden am 20. Dezember rechtsgültig. Damit rechnen laut der FTD zumindest die Softwarehersteller. Somit würde der Beitragssatz zur gesetzlichen Rentenversicherung am 1. Januar 2003 von 19,1 auf 19,5 Prozent steigen.

Bis es jedoch nicht sicher ist, können die Firmen ihre Programme nicht updaten. Das Hauptproblem für die Softwarebranche ist die Zeitnot. „Das ist ein Vabanque-Spiel und am Rande dessen, was noch Spaß macht“, so Microsoft-Manager Baier gegenüber FTD. Schließlich sei es mit den Änderungen an der Software nicht getan. Die Programme müssten getestet werden. „Eigentlich planen wir zwei Wochen für Qualitätstests ein. Diesmal müssen wir in einer Woche Tag und Nacht testen“, sagt Baier.

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