Vivendi will gegen Vodafone Fakten schaffen

Kontrolle über die Telefonfirmen Cegetel und SFR soll gesichert werden

Im Mobilfunk-Poker mit Vodafone will der Mischkonzern Vivendi Universal Fakten schaffen und sich die Kontrolle über die Telefonfirmen Cegetel und SFR sichern. Angeblich will die Konzernspitze noch am Dienstag den Kauf von weiteren 26 Prozent an Cegetel für rund vier Milliarden Euro beschließen.

Damit werde der französisch-amerikanische Mischkonzern künftig die Mehrheiten an der Festnetz-Gesellschaft Cegetel (70 Prozent) sowie deren Mobilfunk-Tochter SFR (56,1 Prozent) halten. Die Vivendi-Führung sollte ab 15.00 Uhr in Paris zu einer Sitzung zusammenkommen. Vivendi Universal und das britische Unternehmen Vodafone hatten sich in den vergangenen Wochen eine erbitterte Übernahmeschlacht um die französischen Betreiber geliefert.

Beide Konzerne sind derzeit als Minderheits-Partner an Cegetel und SFR beteiligt. Die Cegetel-Anteilseigner BT Group (die frühere British Telecom, 26 Prozent) und SB Communications aus den USA (15 Prozent) wollen ihre Aktienpakete abstoßen. Dafür bot Vodafone (15 Prozent) BT Group vier Milliarden Euro und SBC 2,3 Milliarden Euro; Vivendi hat indes ein Vorkaufsrecht. Das hoch verschuldete Unternehmen will sich nach einer schweren Finanzkrise auf Telefon und Medien als Kerngeschäfte konzentrieren. Der neue Vivendi-Chef Jean-René Fourtou hatte in den vergangenen Wochen die endgültige Trennung vom angestammten Wasser-Geschäft und weitere milliardenschwere Firmenverkäufe angekündigt, darunter die Verlagssparten im In- und Ausland und die Anteile am Internet-Portal Vizzavi.

Die Cegetel-Anteile von BT Group will Vivendi Universal nach Angaben von Finanzchef Jacques Espinasse über eine Zwischengesellschaft mit 2,7 Milliarden Euro aus eigenen Mitteln und 1,3 Milliarden Euro aus Bankenkrediten kaufen. Aus der erweiterten Vivendi-Konzernspitze sollten Gewerkschaftsangaben zufolge noch am Dienstag drei Spitzenmanager aus anderen Unternehmen zurücktreten: der Ehrenpräsident der Großbank Société Générale, Marc Viénot, Jacques Friedmann von der konkurrierenden Bank BNP Paribas und Jean-Marc Espalioux, der Präsident des Hotelkonzerns Accor.

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