E-Kreide gewinnt EASA Preis 2002

European Academic Software Award geht das dritte Mal an das Institut für Informatik der FU Berlin

Beim diesjährigen Finale des Europäischen Software-Wettbewerbs in Ronneby, Schweden, erhielt das Projekt „Elektronische Kreide“ (E-Chalk) der Freien Universität Berlin diese Woche den European Academic Software Award (EASA) 2002. Das Institut für Informatik der FU Berlin wurde damit zum dritten Mal hintereinander für verschiedene Projekte mit diesen renommierten Preis ausgezeichnet. Zuletzt war dies mit Euro MET im Jahr 1998 sowie Cinderella im Jahr 2000 der Fall.

„Portability across Europe“ und tatsächlicher Einsatz in verschiedensten Bereichen sowie Nutzer-Evaluationen waren entscheidende Kriterien für die Preisvergabe. Das Centre for Media Research unter Professor Ludwig Issing führte eine unabhängige Evaluation des Systems durch.

E-Kreide ist ein System zur Verbesserung der Präsenzlehre, das zusätzlich Möglichkeiten der Übertragung über das Internet bietet: Mit E-Kreide schreibt der Dozent direkt an einem großen kontaktsensitiven Bildschirm, oder mit Hilfe eines Digitalisiertabletts. Das Tafelbild kann mit Bildern und Funktionplots bereichert werden. Der Dozent kann vorbereitend die notwendigen Bilder in Bookmarks abzulegen.

E-Kreide bietet dem Dozenten auch die zusätzliche Hilfe von intelligenten Assistenten: So kann der Dozent einen algebraischen Server aufrufen und eine Integral-Gleichung lösen, ein Gleichungssystem vereinfachen oder einfach eine arithmetische Berechnung durchführen. Es können auch Webserver im Internet angesprochen werden, die verschiedenen Dienste anbieten. Wenn der Dozent etwa die Übersetzung eines Wortes braucht, kann er sie sofort aus einem Server im Internet anfordern. Der Dozent verlässt die Tafelmetapher nicht, die als Schnittstelle in die digitale und vernetzte Welt dient. Über Handschriftenerkennung werden einige von diesen Funktionen ausgelöst. Es ist geplant, E-Kreide mit mathematischer Formelerkennung in zukünftigen Versionen vollständig auszustatten.

E-Kreide wird inzwischen in zahlreichen Einrichtungen eingesetzt: So im Europaprojekt GIOVE, in der Geographie und der Veterinärmedizin der FU, in der Mathematik der TU Berlin, der Betriebswirtschaft der FHTW Berlin, in der Informatik der Universität Wien und in der Informatik einer Berliner Oberschule. Die E-Kreide erhielt bereits in Jahr 2001 den Multimedia-Gründerpreis des Bundesministeriums für Wirtschaft und Forschung.

Kontakt: FU Berlin, Fachbereich Mathematik und Informatik, Professor Raul Rojas, Tel.: 030/83875100 (günstigsten Tarif anzeigen)

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1 Kommentar zu E-Kreide gewinnt EASA Preis 2002

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  • Am 27. November 2002 um 23:36 von expocityvoice

    Versickert zumeist in staatlicher Inkompetenz.
    In vielen anderen Ländern werten die Universitäten solche Erkenntnisse oder Erfindungen oder andere Entdeckungen, durch Vergabe von Lizenzen aus. Damit finanzieren sich die Universitäten selber und schaffen gleichzeitig untereinander Wettbewerb. Bei uns werden dafür dann staatliche Institute gegründet und mit Fachidioten und anderen unqualifizierten Funktionsträgern ausgestattet; unter deren grenzenloser Selbstüberschätzung versickern zumeist solche gewinnbringenden Entdeckungen.<br />
    Muß man noch erwähnen, daß die Letztgenannten die Verursacher des katastrophalen Ergebnisses der PISA-Studie waren?

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